Ein Mem ist ein Mem ist ein Mem #609060

Sagen wir mal so, ich war in den letzten Tagen öfter mal überrascht.

Was bisher geschah:

Vor einiger Zeit habe ich einen Eintrag geschrieben mit dem Titel Mehr auf den Leib geschneidert und weniger geschneiderter Leib. Darin habe ich mein Problem damit beschrieben, dass es wenig passende Kleidung gibt, wenn man nicht Größe 36/38 und eine ganz bestimmte Figur hat.

Außerdem habe ich angesprochen, dass ich häufig mit meinem Körper hardere und immer wieder verärgert feststelle, wie ich dünne Idealmaßen anstrebe oder Frauen darum beneide.

Schlussendlich habe ich indirekt zwei Wünsche geäußert:

a) dass Kleidung/Mode – die ich als Dienstleistung verstehe – vielleicht auch in anderen Formen, Modellen, Schnitten angeboten wird, so dass eine größere Bandbreite an Menschen sich schön und schmeichelnd kleiden kann und

b) dass Mode in Magazinen, Katalogen und Werbung an Models gezeigt wird, bei denen man eine realistische Vorstellung davon bekommt, wie es an einem aussehen könnte.

Kurz: ich wünschte mir bei Kleidung und bei der Präsentation von Kleidung mehr Vielfalt.

Und dann habe ich geschlossen mit:

Da ich ein Freund von Serien bin, habe ich beschlossen, mich jetzt regelmäßig vor dem Verlassen des Hauses zu fotografieren und bei Instagram und Facebook hochzuladen. Nicht weil mein Modegeschmack besonders erlesen wäre, sondern einfach weil ich meinen normalen Körper eingepackt in Oberbekleidung sichtbar machen möchte.

Natürlich habe ich gehofft und in Betracht gezogen, dass auch andere an der Aktion teilnehmen. Aber davon auszugehen war nicht – niemand ist beispielsweise auf mein Mem eingegangen, jeden Tag seine Ubahnstation an einer bestimmten Stelle zu fotografieren.

Überraschend viele Frauen und sogar ein paar Männer machten auf Instagram, ihren Blogs oder über Twitpic mit.

Irgendwann kam der Punkt, an dem ich erwartete, dass #609060 Gegenwind bekommen würde. Ich rechnete mit Trollen, die die Aktion ins Lächerliche ziehen oder dumme und abwertende Sachen sagen.

Interessanterweise kam die Kritik aber aus einer ganz anderen Richtung (der Text endet mit einer umfassenden und kurz kommentierten Linkliste): das Problem war nun der Begriff “normal” und die Sorge, dass durch die Aktion nur eine neue Norm definiert wird und nach wie vor die “aus der Norm fallenden” Körper ignoriert bzw. im schlimmsten Fall diskriminiert werden. Außerdem wurde bemerkt, dass die Gesichtslosigkeit vieler #609060-Bilder zu einer Entpersonalisierung und Bashing durch Trolle und Idioten führen könnte.

Daraus resultierte eine lebhafte und wie ich finde auch recht konstruktiv geführte Diskussion, bei der man die Argumente beider Seiten gut verstehen kann.

Trotzdem bin ich verwundert, denn diese Aktion ist aus einem einizgen Grund heraus entstanden: Ich hatte einfach Lust jeden Tag ein Foto von mir in Oberbekleidung zu machen.

Vielleicht werden einige Aspekte klarer, wenn ich kurz auf die Hintergründe eingehe:

Der Hashtag #609060

Ich mache häufig Flüchtigkeitsfehler. So auch in dem oben genannten Text.

Anstelle von 90-60-90 schrieb ich 60-90-60. Als dann ein paar Leute bei der Aktion mitmachten und wir über ein Hashtag nachdachten, schlug ich zunächte #906090 vor, die Bilder sollten diese Idealmaße quasi ad absurdum führen. Die ersten Fotos sind teilweise mit beiden Hashtags versehen.

Dann wurde ich auf meinen Fehler aufmerksam gemacht und ich dachte, dass ein absurdes Körpermaß wie 60-90-60 noch besser passen würde, weil so die Ironisierung der Idealmaße noch viel klarer würde.

Ich glaubte, dass allein durch das Hashtag deutlich wird, dass der Witz der Aktion gerade die fehlende Norm ist.

Die Bildunterschrift

Basierend auf meinem Blogeintrag (siehe Zitat oben) betitelte ich meine Bilder mit “Normale Menschen in Oberbekleidung”.

Zwei Aspekte hierzu: wie ich schon mehrmals schrieb, geht es mir um Vielfalt und dass ich mir wünsche, dass die Vielfalt des menschlichen Körpers auch von der Modeindustrie wahrgenommen und bedient wird.

Bisher wird vor allem für eine Norm im Sinne von 1,75m Größe, 2/3 davon Beine, 1/3 Oberkörper, etwas Brust, Minitaille, schmale Hüften (diese Behauptung basiert nicht auf Fakten, sondern subjektiver Wahrnehmung) produziert und geworben.

Es geht also um die Dekonstruktion des Normbegriffs. Denn wenn ich mich selbst zur Norm deklariere ohne dieser zu entsprechen – es geht hier um das persönliche Empfinden, nicht darum, ob man aus der Sicht von anderen zur Norm gehört oder nicht – dann konterkariere ich die Festlegung einer Norm. Somit wird im Idealfall die Vielfalt zur Norm und das ursprüngliche Problem der Normierung aufgelöst.

Vielleicht hätte das deutlicher werden sollen, aber diese Bildunterschrift sollte eben keine Norm festlegen, sondern sie untergraben.

Der andere Aspekt, der mich bei der Kritik an der Aktion häufig stört, ist der unterstellte Absolutheitsanspruch.

Ich habe aus oben genannten Gründen, diese Bildunterschrift unter mein Bild gesetzt.

Nirgendwo habe ich oder irgendjemand anders festgelegt, dass an dieser Wortkombination festgehalten werden soll. Faktisch stehen unter vielen Bilder gar keine Bildunterschriften oder ganz andere Texte. Es gibt keine Satzung für die Aktion.

Der Bildaufbau

Es gibt einen ganz profanen Grund, weshalb ich bei Instagram Fotos ohne Kopf mache: Ich möchte unerkannt bleiben.

Aus verschiedenen Gründen trenne ich meine Blogidentität sehr stark von meiner familären und beruflichen Identität.

Ich will nicht ausschließen, dass ich vielleicht irgendwann einmal unter Klarnamen schreiben werde, aber derzeit ist das keine Option. Die “schlimmsten” Konsequenzen, die aus einer Vermischung meiner Identiäten entstehen könnten, wären dass ich mein Blog schließen muss oder zumindestens nicht mehr so themenvielfältig schreiben kann.

Und auch für den Bildaufbau gilt: es gibt keine festgelegten Regeln. Im Gegenteil die Fotos weisen viele Varianten auf, einige fotografieren sich in Gänze, andere ohne Kopf und wieder andere fotografieren sogar nur Teilaspekte ihrer Oberbekleidung. Aus Ermangelung eines Spiegels lassen sich einige sogar von Dritten fotografieren oder entwickeln Selbstauslösermechanismen.

Vorläufiges Fazit

Wahrscheinlich konnte ich hiermit nicht alle Fragen und Kritikpunkte an der Aktion beantworten.

Ich gebe zu, dass ich mich im Vorfeld nicht mit einigen Punkten befasst hatte, dass ich zum Beispiel nichts von “headless fatties” wusste. Wahrscheinlich habe ich auch nicht deutlich genug darauf aufmerksam gemacht, dass es in der Aktion um Vielfalt geht und dass mit normal “jeder” gemeint ist. Am Ende ist man immer klüger.

Fakt ist, die Aktion ist aus einer sponaten Idee heraus geboren. Einer Idee, bei der jeder mitmachen kann, die zwar einen ernsten Hintergrund hat aber bei der es vor allem um Spaß geht.

Spaß daran, sich jeden Tag zu fotografieren, sich wieder mehr Gedanken um die eigene Gaderobe zu machen und ggf. ewig nicht getragene Dinge rauszukramen, eine passende Position vor dem Spiegel zu finden, Kindern das Fotografieren mit Handykamera beizubringen, andere Personen oder Tiere in das Bild zu integrieren, der Welt zu offenbaren, dass man einen Faibel für Eulen hat, in die Wohnung andere Menschen zu blicken, den beruflichen Alltag andere Menschen kennenzuleren, begeistert zu sein von den Outfits andere Menschen, zu sehen wie viele Varianten wir, unsere Körper und unser Leben und das Leben der anderen hat.

Linkliste zu #609060

Langsam habe ich etwas den Überlick verloren, aber anhand der Pingbacks und der Blogschau von Anne Schüssler versuche ich so viele Blogeinträge und Artikel zum Thema zu nennen wie möglich. Sollte ich etwas vergessen haben, bitte gern in den Kommentaren posten, ich trage das dann nach.

Die #609060 getaggten Fotos via Statigram.

Auf Twitter gibt es ebenfalls Bilder und Kommentare zum Mem #609060.

Die Kaltmamsell schreibt in ihrem Auszeitjournal Samstag, 11. August 2012 – von echten Frauen in Kleidung.

Frau Mutti erwähnt Auf großem Fuß am Rand meinen Blogeintrag und generiert eine unglaubliche Menge Traffic.

Meine Überraschung darüber, dass andere mitmachen: Langweilt Euch doch mit Eurer Internetphobie, wir zeigen uns derweil Fotos von normalen Körpern in Oberbekleidung.

Anne Schüssler über ihre Erfahrung mit #609060 oder was normale Menschen so anziehen.

Von Britona kam die erste Kritik am Normlitätsbegriff #609060 oder: was heißt hier eigentlich “normal”?.

Das Nuf antwortet mit Sei 609060 und verweist darauf, dass bei der Aktion die Vielfalt als Normlität gefeiert wird.

Frau Mittemang stellt sich auch die Frage #609060 oder: Was ist normal? und ruft mit #609060 – Kritikfähigkeit dazu auf, dass möglichst viele Leute mitmachen, gerade um zu erreichen, dass der Begriff der Norm relativiert wird.

Anne Schüssler schreibt einen Nachtrag zum Normalsein.

Pia Ziefle macht auf ihrem Blog auch bei #609060 mit und lässt sich von einem ihrer Kinder fotografieren.

Nido greift die Debatte: 60-90-60 auf.

Das Wortschnittchen schreibt auch über die #609060

Ich mag meinen Körper wieder ein bisschen mehr, weil er normal ist.

Carola Wolf schreibt #609060 Genau so, wie ich bin!.

Meike schreibt auf ihrem Blog crafteln über Echte Frauen – #609060 und andere spannende Aktionen wie MMM ME-Made-Mittwoch.

Tadellos schreibt versteh einer die welt. beziehungsweise die Diskussion zu “normal” bei #609060.

Frau Mutti postet auch über #609060 und schließt mit Mööönsch im Sinne von “Kinners vertragt euch doch”.

Achmist erwähnt mit Olivgrün oder: Menschen, die Spiegel fotografieren das Mem #609060 das zum Nachdenken anregt.

Jawl schreibt auch über #609060 und weist darauf hin, wie schade es ist, wenn fröhliche Aktionen ihre Leichtigkeit verlieren.

Anke Gröner schreibt über #609060 oder: Mein Problem mit dem Mem.

1ppm zeichnet Meine einzige Stellungnahme zu #609060.

Dentaku schreibt #609060, und was so “normal” ist:

wenn ich an der Auslotung des Wortes “normal” nicht teilnehme, dann reicht es auch nicht bis zu mir.

und macht mit.

Ellebil gibt Noch mehr Senf zu #609060 und schlägt die Verwendung des Begriffs “echt” statt “normal” vor (aufgegriffen bei der Kaltmamsell)

Die Augsburger Allgemeine berichtet über “Echte” Frauen zeigen sich und ihre Mode auf Twitter.

Pia Ziefle greift in Mehr als eine Zahl – #609060 noch einmal die Kopflosigkeit der Bilder auf.

Ein Mem ist ein Mem ist ein Mem #609060 in den links vom 09.04.12 auf wirres.net.

Coolcat gibt noch mehr senf zu #609060 und dicksein generell. und gibt Anke Gröner recht, fordert auf, sich zu trauen sowie “normal” durch “echt” zu tauschen.

Kathrin Hollmer greift auf jetzt.de das Mem auf und schreibt So sehen echte Frauen aus.

Frau Brüllen nimmt einen Stift und zeigt jetzt.de, wo aus echten Männern versehentlich echte Frau wurden.

Kittykoma schreibt Normal ist egal.

Kiki schreibt auch einen #609060 Rant und stellt in Frage ob der Austausch des Wortes “normal” durch “echt” sinnvoll ist.

Spiegel Online schreibt gut recherchiert über 60-90-60.

Bei Basic Thinking wird mit 60-90-60: Wenn ganz normale Frauen Fotos von sich machen das Mem auf Frauen reduziert.

Für Turi2 ist #609060 ein Klick-Tipp.

Das Journalistencafé greift das Them Kein „Size Zero“: Twitter-Happening mit 60-90-60
auch auf.

Das bhv-Blog spricht wohl mit 60-90-60: verpasste Chancen für den Bekleidungshandel? die Produzenten beziehungsweise interaktiven Handel an.

Auch meine Stadt soll schöner werden kommt An #60-90-60 zurzeit erfreulicherweise nicht vorbei.

Lady Nina über #609060.

Für Antje von FamLog ist #609060 (m)ein Mem.

Was es alles gibt, zum Beispiel eine Messeblog. Dort wird das Mem umbenannt zu #906090 – Echte Frauen zeigen sich und ihre Mode. (Ist das dann ein Flüchtigkeitsfehler reverse?) Der Zahlendreher wurde reverse-reverse-korrigiert.

Social Media Aachen über #609060: Das Web 2.0 diskutiert »normal«.

Frau Indica denkt dass die #609060-Aktion ein guter Anlass ist, über sein Körperdingens nachzudenken.

Das DRadio Wissen in Wort und Ton über das Mem und Was ist schon normal.

Auch bei der Mädchenmannschaft wird nochmal die Normiltätsdiskussion aufgeriffen mit Was ist eigentlich “normal” – am Beispiel von #609060 und Brigitte.

Nele Tabler greift mit Fotos, wenn der Mascara zerläuft und alle Größen in einem Outfit vereint sind? das Mem auf.

Die Dompteuse setzt sich noch einmal sehr ausgeglichen mit der Normalitätsdiskussion aufeinander und wünscht sich, dass noch lange Bilder mit #609060 getagged werden.

Ralf erklärt #609060 – Hyperventilieren einfach gemacht und schlägt eine Kleidertauschbörse mit Waffeln vor.

Ishtar schließt sich in #609060, HAES und Backpacks Anke Gröners Text an.

Meedia ist der Meinung, dass Blogger Normalos hypen und dass sich seit Kurzem auch “dünne” Menschen bei #609060 beteiligen sowie #609060 gedacht war, um sich zu seinen Rundungen zu bekennen. Nunja, knapp am Thema vorbei.

Stern.de hält #609060 für eine Kampfansage gegen den 90-60-90-Wahn , je nach Version (Mobil oder Desktop) mit oder ohne Verlinkung.

Zeit Online setzt #609060 und “Brigitte” begründet Rückkehr der Profi-Models in ein Verhältnis zueinander.

Die Neue Osnabrücker Zeitung schreibt Bloggerin Journelle wehrt sich: Mit #609060 gegen die Modebranche und macht ein entsprechendes Bild vom ganzen Online-Redaktion.

Eines der grandiosesten Bilder zum Hashtag.

Echoblog schreibt über den Tagesspruch: Von fetten Geistern und schlanken Körpern und kommt von der Rückkehr der Brigitte zu professionellen Models über H&Ms aktueller Modekampagne mit virtuellen Models auf das #609060-Mem zu sprechen.

Jörg Schieb mag es groß und spricht von Frauen aus aller Welt, die mir zustimmen wenn er von 60-90-60: Wenn ganz normale Menschen Fotos von sich machen berichtet.

Stefan Domke empfiehlt auf dem WDR Blog die sympathische Netzaktion #609060.

Das Shopbetreiber-Blog fragt sich was sich verkauft bzw. mit welchem Model man verkauft und bezieht sich mit 60:90:60 – Magermodels revisited auf das Mem.

Dino postet oft ihre Outfits und findet #609060 passt gut dazu.

Ein kurzes Interview zum Mem in der Trackback-Sendung vom 08.09.12 auf Radio Fritz. Wie schön, wenn der Sohn (4 Jahre) die Sendung kommentiert mit:

Mama, Du hast ja gar nicht aufgehört zu reden.

Skizzenblog goes #609060 und zeichnet überhaupt ganz grandios.

Frau Spätlese über *** #609060 *** Models, Normalität und (unbezahlbare) maßgeschneiderte Kleidung.

Katrin von Shoppingdiät berichtet am Tag 254: 60-90-60 ihrer einjährigen Shoppingdität vom Mem.

Antje Schrupp steht Morgens vorm Spiegel und bringt viele weitere, neue und vor allem spannende Aspekte zum Thema Kleidung und Selbst-Präsentation aufs Tableau.

ClipX – Geschichten aus dem Internet bei MDR Jump hat mich zum Mem interviewt. Einen Direktlink zu “Journelle” und 60-90-60 – Bloggerin zeigt ihre Outfits habe ich irgendwie noch nicht finden können.

Nathalie darüber was Die Frau ohne Unterleib mit #609060 zu tun hat und passender Bildgalerie.

Seemownays Instagram Wochenende.

Das Kulturblättchen hat am 11.9.12 unter anderem einiges zu #609060 Gelesen und für gut befunden.

Detektor.fm ging mit einem relativ ausführlichen Interview Auf Tuchfühlung | 60-90-60: ein Tippfehler und seine Konsequenzen.

Wortschnittchen über den Wert und Besitz von Kleidung.

32 Kommentare, 13 Tweets, 7 Facebook Shares, 3 Plusones

  1. Ich lese Dich jetzt seit locker sieben Jahren (also mindestens Mitte 2005, das kann ich festmachen) und finde die Idee und Umsetzung knuffig. (Doofes Wort vielleicht, anyway).

    Ich ärgere mich selber damit herum, durchaus eher am deutlich oberen Ende der Gewichtsskala angesiedelt zu sein, wenngleich ich in den letzten Monaten ob Ernährungsänderung und deutlich mehr Sport auch entsprechend solide abgenommen zu haben. Jedenfalls, “Was ist normal?” … es nervt brachial, wenn man ob breiter Hüften und starkem Oberschenkelumfang mal eben NOCH eine Größe höher nehmen muss, nur um halbwegs annehmbar auszusehen und sich bewegen zu können. Bei dem Fust kommt dann schon manchmal der Wunsch nach einfachen Schnitten in Massanfertigung auf…

    Und das kann ja auch nicht wirklich Sinn der Sache sein.

    Ja, wir haben eine Gaussverteilung in den Körpern, sowohl was Gewichte, als auch die verschiedenen Umfänge angeht.
    Und das mal ganz unprätentiös und locker und nett und passend bekleidet aufzuzeigen, finde ich toll. Und vll findet dadurch jemand dann auch wieder ein paar nette Ideen.

    TL;DR: “Macht weiter so!”

  2. Pingback: #609060 – Die Blogschau | Ach komm, geh wech!

  3. Fast lebenslänglich unzufrieden mit dem eigenen Körper – viel zu viele, insbesondere Frauen kennen das… Deshalb verfolge ich #609060 mit Begeisterung und Interesse. Und sage auch: Weiter so!

    (Wer sich engagiert, wer sich äußert, wer Dinge anschubst, gerät immer in die Gefahr, mehr oder weniger oder nur ein klitzekleines Bißchen mißverstanden zu werden…)

  4. Mist, ich schulde dir noch ne Mail, nachdem ich dich letztens so überfallen haben…. Aber was ich eigentlich sagen wollte. Einen ähnlichen Ansatz wie deine Aktion haben wir seit April 2011 bei der Aktion Me-Made-Mittwoch (memademittwoch.blogspot.com) bei der mittlerweile mehr als hundert ganz normale Frauen zeigen, was sie an diesem Mittwoch Selbstgenähtes tragen. Selbstgenäht deshalb, weil das Selbermachen eine Emanzipation gegen die Zwänge der Bekleidungsindustrie ist.

  5. Pingback: Mehr als eine Zahl – #609060 | DENKDING

  6. Pingback: 60-90-60: Wenn ganz normale Frauen Fotos von sich machen | Basic Thinking

  7. Danke, Journelle für den Eintrag und die Linkliste. Ich hab die Entstehung der Diskussion verpasst (wer führt sie wo?) und geh mich jetzt mal durch die Linkliste ackern.

  8. Clevere Aktion. Wenn ich das eher gewusst hätte, dann hätte ich auch mitgemacht. Du zeigst damit wie man seine Webseite vernetzt und Viralität erzeugt, eine Sache für die andere Agenturen und Gurus engagieren, die es nicht auf die Reihe bekommen,.. gratuliere.

  9. Ich freue mich sehr über diese Aktion, der ich seit ihrem Bestehen als stille Verehrerin folge und die mir an so manchem Morgen mein “was zieh ich heute nur an” Problem gelöst hat oder die zündende Idee gegeben “so was könntest Du auch mal probieren, die xyz-Hose hattest Du ja schon ewig nicht mehr an”; dafür herzlichen Dank an alle, die mitgemacht haben.

    Mich verwundert immer wieder (nein eigentlich nicht), dass derartige Aktionen, die vor allem auch durch ihre Spontaneität und dadurch, dass sie eben nicht nach allen Seiten überdacht und abgesichert und abgeklopft worden sind, über kurz oder lang mit großer Ernsthaftigkeit hinsichtlich ihrer political correctness seziert werden. Diese ewigen “Wie konntest Du nur” und “Hast Du denn nicht nachgedacht!” und “Ich weiß ja wie Du’s gemeint hat, ich weiß Du hattest das nicht im Sinn, aber …..” und dann wird sich um Worte gefetzt.

    Jedoch, nichts ist diskriminierender, als gedrechselte Wortschöpfungen (mit unfreiwillig komischer Nähe zu Amtsdeutsch und loriotscher Auslegeware) zur Vermeidung gängiger Ausdrücke, alles, nur um die eigene maßstabgebende Toleranz und das eigene politisch korrekte und ideologisch einwandfreie Bewusstsein zu demonstrieren. Hilft’s zur Sache? Nicht die Bohne! Aber man kann sich so nett überlegen fühlen, einfach besser! Weil man geschafft hat, dass derdiedas andere mit der tollen Idee sich für einen Moment – oder auch für länger – schlecht fühlt. Und auch alle anderen, die bis dato einfach nur ihren Spaß an der Sache hatten.

    Wenn ich nicht mehr dumm sagen darf, sondern intellektuell herausgefordert, wenn ich nicht mehr normal sagen darf, sondern jedes Mal einen alle gemeinten und eventuell zu meinen vergessenden habenden und von anderen eventuell auch meinen könnenden Elemente beinhaltenden Bandwurmsatz formulieren muss, dann findet Ab- und Ausgrenzung statt und nicht zu knapp. Nämlich zwischen allem und allen, zu deren Bezeichnung ein einfaches verständliches Wort ausreicht und den anderen, für die eine Beschreibung erfunden werden muss, die das was sie ausmacht so verklausuliert, dass es fast niemand mehr auf Anhieb versteht.

    Deswegen, liebe journelle, erklär nicht zu viel, entschuldige nicht zu viel, mach einfach weiter.

    Übrigens fragte Herr susa gestern “Ist das neu?” als ich mal wieder eine #609060 Inspiration umgesetzt hatte.

  10. Pingback: #609060 (m)ein Mem | FamLog.de

  11. Pingback: An #609060 kommt man zurzeit erfreulicherweise nicht vorbei | Meine Stadt soll schöner werden

  12. Pingback: Skizzenblog goes #609060

  13. Pingback: Tag 254: 60-90-60 | shoppingdiaet

  14. Pingback: Gelesen und für gut befunden: 11.09.2012 » Kulturblättchen

  15. da war ich so selten im netz unterwegs die letzte zeit und hab alles verpasst. voll mein thema, und ich melde mich nur schnell und unqualifizeirt in einer lesepause zu all den links. vielen dank für den Impuls

  16. Pingback: alle meine Kleider bei HALLO Welt, mein Name ist Nadine!

  17. wow! ich bin jetzt erst auf diesen artikel gestossen. da hast du dir mit der dokumentation des mems (schreibt man das so?) gemacht. respekt!

    ich bin ja so ein typ, der das mem eigentlich gekapert hat, in dem ich meine lego-figuren-fotos mit dem hashtag verknüpft habe. dabei wollte ich aber gar nicht kritik üben oder (hoffentlich) nicht nerven. ich fand das ganze einfach witzig und da mir hier in berlin die ganzen fashionvictims ganz schön lustig vorkommen, mochte und mag ich das mem sehr.

    die fotos der lego-figuren gab es in teilen tatsächlich schon vor dem mem. sie schlummerten auf meinem iphone herum. ich hatte sie zur berlin fashion week gemacht, da die “modeleute” alles so uniform aussahen. das wollte ich mit einem augenzwinkern aufs korn nehmen. die lego-figuren klaube ich mir für die fotos aus den spielkisten meines kindes.

    insofern: danke für deine idee. endlich hab ich eine verwendung für die fotos ;-).

    grüße aus berlin

  18. Pingback: Gelesen und für gut befunden: 27.09.2012 » Kulturblättchen

  19. Pingback: #609060 | Uli's Welt

  20. Pingback: Körperlos durchs Netz |

  21. erst jetzt habe ich 609060 entdeckt, und dies dank der kaltmamsell, hoch soll sie leben. bei meinem letzten besuch in europa habe ich gesehen, dass man heute für “anders genormte” passende hüllen finden kann, man könnte auch sagen, es gibt alternativnormen. mir haben die k-nummern für die nicht allzu langbeinigen damen gefallen – wohl der vielen immigrantinnen aus ländern mit anderen durchschnittsgrössen wegen. jetzt warte ich nur noch auf die nächste fat.is-beauty-welle, dann werde auch ich etwasetwas passendes finden in europens kleidergeschäften.

  22. Pingback: mode « alternative diary

  23. Pingback: Jahresendzeitbogen 2012 | Journelle

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