Serie: Wirklich wichtige Tipps für junge Eltern #1

Erste Folge: Warum man zur Geburt seines ersten Kindes einen Festplattenrekorder kaufen sollte. (Selbstverständlich ist es zur Geburt des zweiten Kindes nicht zu spät.)

Elektronikmärkte sind für den Mann das was für mich Drogeriemärkte sind. Leider langweilt sich der jeweils andere beim Besuch der entsprechenden Geschäfte immer. Viel schlimmer ist es aber, dass der gelangweilte Partner stets die Augen verdreht wenn der Andere mit leuchtenden Augen ein Produkt präsentiert, dass unbedingt gekauft werden muss.

Während der Gatte mit dem fünften Trinklernbecher oder Milchpulverportionierer nichts anfangen kann, ist es mir völlig unverständlich warum man außer einem DVD-Player und einem Fernseher mehr elektronisches Unterhaltungsgeräte benötigt.

Meine Skepsis war entsprechend groß als der Mann einen Festplattenrekorder erstehen wollte. Schließlich kann man Filme wunderbar ausleihen und warum sollte ich was im Fernsehen aufnehmen was ich auch live anschauen kann.

Der Mann setzte sich durch und das Teil gammelte ungenutzt in unserem Fernsehrschränkchen vor sich hin. Mehrfach versuchte der Gatte mir zu zeigen, wie ich das Gerät nutzen könnte aber ich verweigerte mich.

Dann kam das Kind.

Das Hauptfeature an Neugeborenen ist, dass sie nie dann schlafen wenn sie sollen. Also wenn gerade Prison Break oder Schwiegertochter gesucht läuft. Wenn man den ganzen Tag wegen Nichtigkeiten von dem Säugling angebrüllt wurde, dann kann man ganz schön frustriert sein, wenn dieser einem auch noch sein Trash-Serien-Vergnügen stiehlt.

Mit einem Festplattenrekorder muss man also nicht auf Arte umsatteln, wo die Filme um 20:45 anfangen – auch wenn eine kluge kinderhabende Freundin sagt, dass das Programm wirklich gut sei – sondern kann zeitversetzt seine Lieblingsserien schauen. Das entspannt kolossal.

Das Kind wird in Ruhe ins Bett gebracht, Zickerein können mit stoischer Gelassenheit hingenommen werden und der Gatte hat zwischenzeitlich genügend Zeit das Abendessen zu bereiten. Wenn alles fertig ist, setzt man sich entspannt vor den Fernseher und schaut unabhängig von Sendeplätzen fern.

Das Tolle ist, dass sich die Anschaffung auch für Leute eignet, die ihr Privatleben nicht vom Fernsehen abhängig machen möchten. Statt zu behaupten, dass man unbedingt noch die Steuererklärung zu Ende machen muss, aber in Wahrheit Dienstags Gülcan und Collien ziehen aufs Land anschauen möchte, nimmt man das Ganze auf und geht mit Freunden ein Bier trinken.

Nächste Folge: Wohin am Sonntag morgen, wenn der Partner ausschläft und man keine Lust hat, mit dem Kind zu Hause zu bleiben.

3 Kommentare, twittern, sharen, plussen

  1. Das werde ich als Argumentationsverstärker ausdrucken und in die „die moderne Technik ist eine nützliche Sache“ Diskussion einbringen.

    Ich hoffe, dass eine XBox360 im weitesten Sinne dann auch als Festplattenrekorder zählen wird …

  2. Wieder gut gelacht. Haben schon darüber nachgedacht, den Fernseher in den Keller zu bringen (schafft Platz im Wohnbereich), denn selbst die Startzeiten von Arte sind mitunter nur schwer einzuhalten bzw. treffen Sendungsinhalte nur selten auf beidseitiges Interesse. Na der wird Augen machen, wenn ich mit dem Artikel auftrete und für ein technisches Objekt werbe…

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