Monatsabrechnung: Links zwischen Sommer und Herbst

Seit Jahren möchte ich nach Finnland reisen, wegen Ari Kaurismäki, den Leningrad Cowoboys und des finnischen Tangos.

So wie Eva Schulz das finnische Schulmodell beschreibt, würde ich gern mit der ganzen Familie hinfahren und meine Kindern bei der Gelegenheit gleich einschulen.

@thepeacockangel rantet grandios über verlogene Betty Page Fans:

NO, fuck you. At the time Betty Page was around, the shit she was doing was transgressive, and shocking and dirty, and if you’d been around there you would have hated her fucking guts because you’re a whorephobic, slut shaming, classist piece of shit, who thinks female sexuality should be nothing but a stylized, tasteful, elegant non-corporeal thing.

Nachdem ich Be Beautiful: How 30 Days Nearly Naked Changed My Life gelesen hatte, habe ich kurz überlegt, mich in Unterwäsche im Hausflur zu fotografieren. Ich habe mich nicht getraut und ziehe daher meinen Hut noch tiefer vor Denise Jolly.

Wo wir gerade bei Dingen sind, die ich mich nicht traue. Zum Beispiel ein Video bei sexisback einzustellen.

Und noch ein wunderbarer Rant, nämlich über dieses unglaublich nervige und destruktive Verhalten vieler Frauen (inklusive mir selbst), sich ständig dafür zu entschuldigen, etwas zu essen: Eating: A Manifesto (via Anke Gröner).

Momente, in denen ich gern Lehrerin wäre und diese Texte von James Joyce meinem Englisch-LK zur Interpretation vorlegen würde (und nachher strafversetzt würde).

Fernsehen, eine deutsche Kulturtragödie.

Mission Impossible oder selbst Vine-Videos sind besser als das Fernsehprogramm.

Infantile Sprachmagie von Arno Frank hat mir an vielen Stellen aus der Seele gesprochen. Nicht weil ich es gut heißen würde, Menschen mit Worten – oder in anderer Form – zu beleidigen, sondern weil ich mit dem Ansatz „Wenn ich es nicht sehe, ist es auch nicht da“ große Schwierigkeiten habe.

Muttiblogs werden einem immernoch als Randerscheinung verkauft, dabei bin ich seit langem der Meinung, dass man ihre Relevanz und vor allem ihre Reichweite keinesfalls unterschätzen sollte. Mütter im Internet. Oder: wenn Unsichtbares sichtbar wird.

Sascha Lobo wurde von Volker Weidermann zu Sobooks interviewt:

Weidermann: Die Leute wissen über Sie vor allem, dass Sie im Internet wohnen. Lesen Sie eigentlich auch Papierbücher?

Lobo: (Längeres Schweigen)

Weidermann: Aha, dachte ich mir. Damit bring’ ich Sie zum Schweigen.

Lobo: (Noch längeres Schweigen)

Weidermann: Also gar kein gedrucktes? Was haben Sie nur gegen Papier? Das ist doch das Herrlichste!

Silly me, ich dachte immer, es geht um den Inhalt, die Geschichte, die Sprache, die Message. Danke FAZ-Feuilleton für die Aufklärung.

Ein wunderbares Gespräch über Literatur habe ich dafür im Auto auf WDR 5 gehört. Die Autorinnen Terézia Mora und Claire Beyer zu Gast bei Rebecca Link.

Meine Lieblings-Wikipedia-Einträge des Herbstes: Würze (Lebensmittel) (via @andreasdotorg) und Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Das kannst Du Dir nicht ausdenken:

Würze: „Zur Herstellung von Würze wird das Eiweiß entweder mit Salzsäure verkocht und anschließend mit Natriumcarbonat oder Natronlauge neutralisiert,…“

Franz-Peter Tebartz-van Elst „…einen nachträglich eingebauten Seilzug für einen Adventskranz (50.000 Euro)“.

Link-Empfehlungen des Mannes:

Seit Jahren meine Strategie bei Streitgesprächen: Verwirrung. Scheint jedenfalls auch beim Fußball zu helfen.

This guy’s eaten nothing but raw meat for five years.

Das Beste ist, dass der Mann mir sowohl den Link schickt, als auch gleichzeitig die Pasta bestellt.

Journelle woanders:

Ich bin interviewt worden von Robert Stögmann. Nachzulesen bei blogger-antworten.

Und kurzfristig war ich bei Trackback die Bloggerin Privat vom 6.10.13. Thema war Porno, also das der Sendung, nicht das des Interviews.

3 Kommentare, twittern, sharen, plussen

  1. ich habe diesen Link bei Fefe entdeckt:
    http://www.theguardian.com/world/2013/oct/20/young-people-japan-stopped-having-sex
    vielleicht interessiert es dich?

    meine Gedanken dazu waren:
    1. glaube nie einer statistischen Bevölkerungsentwicklung, die eine 20-Jahre-Zeitspannne überschreitet (2060 is way over the top)
    2. klar kriegen die keine Kinder, wenn ein Gehalt für ne Familie nicht reicht aber kinderhabende Frauen nicht arbeiten
    3. es gibt da diese Hörnchen, bei denen jedesmal Hormone ausgeschüttet werden, wenn sie nen Artgenossen treffen. bei Überpopulation führt das dann zum Tod. manchmal denke ich bei menschlicher Überpopulation greift ein ähnlicher Mechanismus und Japan ist in meiner Vorstellung ein Volk das sehr dicht aufeinander wohnt (weil meines Wissens nach der Großteil des Landes schwierig zu bewohnen ist und sich alles an den Küsten ballt)

    es gab da noch mehr Gedanken, aber ich wills mal nicht übertreiben (mit der Kommentarlänge)

  2. Pingback: Dig deeper | Journelle

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