Monatsabrechnung: Neues Jahr, neue Links

A War Journalist’s Worst Case Scenario: The Kidnapping of Michael Scott Moore, Michael Scott Moore braucht Olivia Pope oder zumindest ein paar Menschen, die sich für ihn einsetzen. Ich finde den Text zudem allgemein sehr interessant und differenziert, da man beim Thema „Entführungen in Krisengebieten“ meist sehr wenig über die Hintergründe erfährt.

Heute Abend vielleicht eine Shrimp Sandwich Roll?

Ich muss gestehen, dass ich noch keine Folge Girls gesehen habe aber dass sich jemand über eine zu viel Nacktheit einer „normal“ aussehenden Frau beschwert, ist ein trauriges Dokument einer fehlgeleiteten Ästhetikkultur.

Wer Dr. Mutti noch nicht regelmäßig liest, dem möchte ich Juliana Goschler wirklich dringend ans Herz legen. Diese unaufgeregte Art, mit der sie Sachen aufdröselt und in Grund und Boden argumentiert, kenne ich sonst nur von Stefan Niggemeier.

Diesen Monat möchte ich von Ihr ganz besonders drei Texte empfehlen:

FAZettelt (oder die 32 Kreise des Wahnsinns)

Schlampen, Sex und Sozialismus

Ich habe heute keinen dummen Spruch für dich

Übrigens könnte man den Eindruck gewinnen, dass die FAZ ein ganz großes Problem mit der modernen Gesellschaft hat. Ich frage mich, ob die Zeitung noch mithilfe eines Setzkastens gedruckt wird.

Im Januar ist etwas sehr Ungewöhnliches passiert, ich habe einen Text von Sibylle Berg gelesen, den ich a) verstanden habe und dem ich b) zustimmen konnte.

Ich hatte kurz überlegt, ob ich eine Erwiderung auf Das geschwächte Geschlecht von Elisabeth Raether und Tanja Stelzer schreiben soll, aber dann war mir die Zeit dafür zu schade. Abgesehen davon, dass ich kein Mitleid habe mit Menschen, die nicht damit klarkommen, dass sich die Welt verändert und sie womöglich ein wenig ihres Hegemonialanspruchs abgeben müssen, wirkte der Text so, als würden sich zwei Mütter bei der Schulleitung beschweren, weil sie nicht mit den Noten für ihre adoleszenten Söhne einverstanden sind.

Ich wünschte, bevor Raether und Stelzer ihren Text über die Gefahren der weiblichen Dominanz für Männer geschrieben haben, hätten sie Soraya Chemalys Text ‚Too Much Estrogen‘: The Golden Globes, Chris Christie and Men Who Don’t Want to Share Culture gelesen.

Herring’s work indicated that when women talked just 30% of the time, men thought they were dominating.

Und auch 30 Prozent Frauen in den Medien werden schon für eine Panikmache vor der Verweiblichung der Medien genutzt. Silke Burmester rantet ganz wunderbar darüber.

Ich habe Meike Winnemuth für mich entdeckt. Denn zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich ihre vielgelobten Kolumnen mit Peter Praschl oder ihr Buch Das große Los nie gelesen habe. Dank jawl bin ich auf ihre Stern-Kolumen aufmerksam geworden und möchte vor allem zwei empfehlen:

Fick Dich!

Allein? Zu zwein?

Wer Allein? Zu zwein mochte, mag auch Ich hoffe, dass Ted Mosby stirbt.

Smilla Dankert ist eine meiner persönlichen Heldinnen. Ich würde mich niemals trauen, fremde Menschen auf der Straße anzusprechen. Bei all den Rampensaugenen, die ich habe, finde ich das unglaublich bewundertswert. Und damit nicht genug, wie auch immer, trifft sie stets auf beeindruckende Menschen und schafft es, ihnen wunderbare Geschichten zu entlocken. Ihr Blog bestätigt mich immer wieder darin, dass die Menschen im Grunde gut, liebenswert und schön sind, jeder auf seine Art.

Im Januar hatte ich bei Komm, Röb, wir gehen Tränen der Rührung in den Augen und bei 31 Stockwerke bewundere ich wieder ihre Beharrlichkeit und hoffe, dass sie bald von „drinnen“ berichtet.

Tin Fischer über ein zweitägigen Seminar «50 Shades of You: Verfassen Sie einen erotischen Roman»:

Das ist das Fiese beim erotischen Schreiben: Man setzt immer Autor und Geschichte gleich. Immer.

The Problem with Facebook. Bis dahin hatte ich überhaupt nicht darüber nachgedacht, fand jeden Aspekt aber gut nachvollziehbar und richtig.

Markus Lanz war mir immer ein Rätsel oder anders, ich rätsle nach wie vor: wer empfindet seine Arbeit als Unterhaltung?
Dass er nicht nur langweilig, sondern auch unangenehm ist, beweist Wie Markus Lanz ein paar Mal bei der »schönsten Linken aller Zeiten« einhaken musste.

Und ebenfalls Dank Stefan Niggemeier wird dann auch gleich die Bigotterie der Medien-Empörung über die Petition gegen Lanz entlarvt: So mögen sie Gulaschsuppe essen: Eine Kritik der Kritik an der Lanz-Petition und Anti-Lanz-Petition erinnert die »Zeit« an Anti-Juden-Kampagne der Nazis. Was habe ich mich amüsiert.

It’s the year of the bush und damit ist nicht George Bush gemeint.

Ich bin ein sehr, sehr großer Fan des Graphitti Blogs. Mein Favorit im Januar war Skandale.

Dieses Jahr wird unser Sohn eingeschult werden. Ich würde mich freuen, wenn Julian Germain mal zu Besuch käme und Fotos machen würde.

Die Bilder von Miss Aniela sind so, wie ich mir nachts meine Träume wünsche.

Über das Interview mit Miss Aniela stieß ich auf ihren Flicker-Stream und dieses zutiefst bewegende Bild über Leben, Liebe und Tod (unbedingt den Text unter dem Bild lesen).

Kein Talent zur Monogamie von Tina Klopp ist bis zur Überschrift nachvollziehbar. Allerdings frage ich mich, wie Frauen rechnerisch mehr fremd gehen sollen. Am Ende der Rechnung müssen sich Frauen und Männer vor allem ähnlich sein. Viel mehr geärgert habe ich mich allerdings über die Hasenfüßigkeit der Autorin. Der letzte Absatz ist ein pubertierendes „Hihi, war nicht so gemeint.“ Dabei ist das Thema so spannend, dass es verdient, konsequent durchgedacht zu werden. Und ja am Ende mag herauskommen, dass (einige) Menschen gern Sex mit verschiedenen Partnern haben und womöglich das idealisierte Konzpet von Monogamie erweitert werden muss.

In letzter Zeit frage ich mich häufig, warum es Frauen und Männer gibt, die panische Angst vor Homosexualität haben. Ich sehe einfach keinen Grund, warum mich die Liebe der anderen Menschen negativ beeinflussen könnte. Zach Howes Antwort auf die Frage, gefällt mir jedenfalls sehr gut.

Über die Ansteckungsgefahr von Homosexualität bringt Antje Schrupp – wie es ihre Spezialität ist – auch wieder ein paar für mich neue und kluge Aspekte ins Spiel.

Und wieder ein Beweis, welche Panik und Hass es auslösen kann, wenn Frauen den öffentlichen Raum nutzen.

An Open Letter From Dylan Farrow. Die Debatte in den USA, die auf diesen Brief folgte, zeigt auf wie vielen Ebenen Opfer von Missbrauch leiden müssen, wenn sie an die Öffentlichkeit gehen.

Die Kaltmamsell war in Israel und jetzt überlege ich, ob ich eine Wunschliste von weltweiten Pools, in denen ich mal schwimmen möchte, erstelle. Dieser wäre dabei.

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  1. Pingback: Weekly Leseempfehlung vom 14. February 2014 | off the record

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