Ich bin diese unprofessionellen Anfragen so leid

Hallo,

Ich habe Ihre Webseite bei der Suche nach Portalen und Informationsquellen zum Thema Lifestyle gefunden und würde gerne wissen, ob Sie Gastbeiträge akzeptieren?

Wir haben ein kleines Team von Autoren und schreiben für verschiedenste Blogs und Webseiten Artikel zum Thema A. und -B. Der Beitrag wird natürlich auf Ihre Seite zugeschnitten und wir können gerne auch auf spezielle Wünsche eingehen. Der Artikel enthält einen Link zu einem C., der sich natürlich in den Kontext einfügt.

Ich denke, dass unsere Artikel gut auf Ihre Seite passen würden und ich schicke Ihnen gerne einen Beispielartikel, wenn Sie sich selbst ein Bild von unseren Beiträgen machen möchten.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung und bespreche gerne alles weitere mit Ihnen.

Viele Grüße,

X.Y.

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Hallo Frau Y.,

vielen Dank für Ihre Mail und Anfrage. Leider würde ich auf meinem Blog nur dann kommerzielle Marketingtexte veröffentlichen, wenn diese sowohl hervorragend geschrieben als auch interessant für meine Leser sind.

Zudem erwähnen sie nirgendwo eine Bezahlung dafür, dass ich Texte Ihres Auftraggebers auf meinem Blog veröffentliche. Ich weiß zwar nicht, wann und wie der Eindruck entstehen konnte, dass Blogger ihr persönliches, oft langfristig aufgebautes und liebevoll gestaltetes Blog für kommerzielle Zwecke gern und kostenfrei zur Verfügung stellen, aber ich mache das nicht.

Wissen Sie, ich klebe auch nicht ohne finanziellen Ausgleich Reklamesticker auf mein Auto, auch nicht besonders hübsche oder besonders individuelle.

Wenn Sie oder Ihre Kollegen irgendwann einmal mit guten Ideen, einem guten Konzept, Transparenz, einer formal guten Mail inkl. Anrede und einer angemessenen Entlohnung an mich herantreten, stehe ich für Verhandlungen gern zur Verfügung.

Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit anderen Lifestyle-Blogs und knaller Marketing-Ideen.

Herzliche Grüße
Journelle

7 Kommentare, twittern, sharen, plussen

  1. Wobei die Frage im Raum steht, warum ein Blogger denn für Geld etwas in seinen Blog aufnehmen sollte, was mit ihm nichts zu tun hat. Vielleicht bin ich da engstirnig, aber ich schreibe doch über etwas selbst, was mich interessiert. Wenn ich es dann für richtig halte, über etwas zu berichten, fein. Aber ich will doch nicht die Worte eines anderen in meinem Blog haben. Wie kommt man denn auf die Idee? Und selbst wenn ich das wollte, dann weil ich mir die Person ausgesucht habe und genau dieser einen Raum geben will. Oder bin ich einfach zu idealistisch für das Internet? Funktioniert das heute so?

  2. Vor allem fürs Zweitblog kommen immer mal wieder „Kooperationsanfragen“, bei denen die Gegenleistung bestenfalls aus einem Backlink besteht. Seit ich hin und wieder mit Schreiben Geld verdiene, wird mir erst bewusst, wie dreist so ein Vorgehen ist.
    Wer mit mir Geschäfte machen möchte, kann mich gerne überzeugen: durch interessante Produkte, kluge Projekte und angemessene Bezahlung. Wie im RL hoffentlich auch. Ein Backlink als Dankeschön für einen positiven Artikel über einen 08/15-Sexshop oder über Groschenromane vom Fließband gehört sicher nicht dazu.

  3. *thihihihi – was für eine merkwürdige anfrage…

    sobald sich die gelegenheit bietet, werde ich mir ein paar formulierungen aus deiner antwort-mail ausleihen… wird aber sicher nicht sehr bald sein. dafür bin ich „zu klein“ :)

  4. Hmm, ob das das Pendant zu der Mail an mich ist, bei der ich gefragt wurde, ob ich nicht Gastbeiträge schreiben wolle?

    Auch eine Anfrage, ob ich denn nicht Marketingtexte auf meinem Blog veröffentlichen wolle, die ich aber selbst schreiben sollte, habe ich abgelehnt.

    Auf meinem Blog herrsche ich! Das ist eine reine Nickelkratie! Jawoll!
    (Oder Nicktatur? Suchts euch aus.)

  5. Pingback: Ich bin diese unprofessionellen Anfragen so leid | Journelle | Mama hat jetzt keine Zeit

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