Auch 2018 gehört mein Uterus noch immer nicht mir

Über den Rechtsstreit zwischen der Sparkasse und Marlies Krämer, in dem es darum ging, dass nicht nur „Kunden“ sondern auch „Kundinnen“ auf den Bankformularen genannt werden, schrieb Antje Schrupp:

„Männer sind nur ein Teil der Menschheit, und zwar ein spezifischer Teil, der nicht den Anspruch erheben kann, für uns zu sprechen.
Das ist aber eine Erkenntnis, die viele Männer überhaupt nicht hören wollen, und die sie zuweilen auch gar nicht verstehen.“

Diese Aussage lässt sich auch auf die aktuelle Debatte um §219a und auch §218 des Strafgesetzbuchs übertragen. Hier liegt der umgekehrte Fall vor. Schwanger werden können ist in der Tat etwas, das nur Frauen (bzw. Menschen mit Gebärmutter) können, aber Männer fühlen sich viel zu oft mitgemeint und nehmen für sich in Anspruch über den Körper von Frauen entscheiden zu dürfen. Als 1933 der §218 verschärft wurde, gab es nur männliche Reichstagsabgeordnete. Bis heute melden sich bei dieser Diskussion zu gern Männer zu Wort und stimmen gegen die körperliche Selbstbestimmung von Frauen. Wie Jens Spahn weisen diese Leute häufig nicht eimal rudimentäres Wissen oder familiäre Kompetenzen auf. Jens Spahn ist nicht einmal in der Lage, Werbung von Informationen unterscheiden zu können.

Ich diskutierte auch mit Familienvätern, die sicher nichts Böses im Sinn hatten, als sie erklärten, dass sie mit einem gut dotierten Job und als Alleinverdiener nicht verstehen können, dass Frauen sich aus wirtschaftlichen Gründen für eine Abtreibung entscheiden. Die Unfähigkeit vieler Männer ihre privilegierte Situation zu erkennen und einfach mal die Fresse zu halten und den tatsächlich Betroffenen zuzuhören, erstaunt mich eins ums andere Mal.

Zwar wird für die Entstehung eines Babys auch Spermium benötigt, alles weitere spielt sich aber ausschließlich in und durch den Körper der Frau ab. Auch trägt ausschließlich die Frau das gesundheitliche und körperlichen Risiko einer Schwangerschaft für sich und für das werdende Baby.

Ferner scheint Sperma in der öffentlichen Wahrnehmung von (ungewollten) Schwangerschaften keine Rolle zu spielen. Während der Körper von Frauen durch Paragrafen reguliert ist, darf Sperma ohne Konsequenzen überall hin gespritzt werden. Ich frage mich, warum gibt es keine Beratungsstellen für Männer, die Frauen ungewollt geschwängert haben? Warum wird Männern nicht vermittelt, dass ihr Ejakulat die weitreichende Folge einer Schwangerschaft haben kann?

Als Anfang der 90er Jahre der Paragraf 218 diskutiert wurde und ein „Kompromiss“ gefunden wurde, mit dem Abtreibungen zwar eine Straftat sind, diese aber nicht bestraft werden, begann ich sexuell aktiv zu werden.

Seit 23 Jahren trage ich fast ausschließlich die Verantwortung und meist auch die Kosten für Entwicklungen in meinem Uterus. Abgesehen von Kondomen, die ich als Add-On zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten betrachte, auf die ich mich aber in Hinblick auf die Verhütung einer Schwangerschaft nie ausschließlich verlassen würde, war ich immer diejenige, die verhütet hat. Nicht selten habe ich auch selbst für einen Vorrat an Kondomen gesorgt. Mir fällt genau ein Mann ein, der sich hat sterilisieren lassen.

Ich trage also seit jeher die Verantwortung und Kosten für meinen Uterus. Dazu zählen auch die vollen 19%-Mehrwertsteuer für Binden und Tampons. Könnte ich mit Blumen den monatlichen und mehrtägigen Fluss von Blut und Gebärmutterschleim stoppen, müsste ich nur 7% Mehrwertsteuer zahlen. Ich nahm zähneknirschend hin, dass viele Männer nichtmal gefragt haben, wie und ob ich verhüte, die einfach davon ausgingen, dass ihre Ejakulation schon ohne Folgen bleiben würde.

Alles geschenkt, was ich aber seit 23 Jahren Geschlechtsverkehr weder hinnehme noch ertrage, ist rechtlich nicht über meinen Körper bestimmen zu dürfen. Es ist mein Körper und meine Entscheidung und ich werde mir nicht von irgendjemandem sagen lassen, dass ich darin ein Baby austragen muss. Niemand käme auf die Idee, Männern zu verbieten, ihre Samenstränge zu durchtrennen. Niemand würde ernsthaft eine Ejakulation ohne Procreation als Massenmord bezeichnen. Aber sobald ein Ei und eine Samenzelle in meinem Bauch verschmelzen werde ich zur Mörderin, wenn ich mir helfen lassen, die weitere Entwicklung zu stoppen?

Aber nur weil darauf bestehe, dass Recht zu haben, über meinen Körper zu verfügen, heißt dies eben nicht, dass ich abtreiben möchte. Es ist weder mein Interesse noch mein Wunsch, mich in eine Praxis zu begeben, wo mein Gebärmutterhals geweitet wird, um dann Frucht- und Gebärmutterschleimhaut abzusaugen und dann mit Schmerzen und starken Blutungen heimzugehen. Dies gehört keinesfalls auf die Bucketlist, die ich am Ende meines Lebens abgehakt haben möchte. Abtreibungen zu legalisieren bedeutet medizinische und rechtliche Sicherheit für Frauen. Sie bedeutet eben nicht, dass mehr Frauen diese Option wahrnehmen, weil es ihnen so viel Freude bereitet. Wer Frauen unterstellt, Abtreibung als bequeme Verhütung zu nutzen, muss sehr dumm oder sehr böse oder beides sein.

Auch habe ich den Eindruck, dass die meisten Frauen – so wie ich – gar nicht abtreiben möchten. Ich kenne mehr traurige Geschichten über Fehlgeburten und unerfüllten Kinderwunsch als gewollte Schwangerschafftsabbrüche. Nur weil ich verlange, dass die Frau und nicht die befruchtete Eizelle an erster Stelle steht, heißt es nicht, dass ich was gegen Schwangerschaften oder Babys hätte.

Ich habe selbst zwei Kinder. Meine Mutterschaft hat mich noch mehr darin bestärkt, Frauen die Wahl zu lassen. Ich weiß, wie anstrengend es ist, Kinder großzuziehen. Wie viel Zeit, Geld und Nerven es kostet, selbst mit einem Partner, der sich gleichberechtigt einbringt. Nach der Geburt meines ersten Kindes wollte ich jeder Alleinerziehenden sagen, wie viel Respekt ich vor ihr habe. Denn aus eigener Erfahrung weiß ich, dass im Moment der ersten Wehe die Verantwortung der Gesellschaft für Mutter und Kind zum größten Teil verpufft. Das fängt an bei der personellen Unterbesetzung im Kreissaal an, geht weiter bei der nervenaufreibenden Suche nach einer Kinderbetreuung, macht sich darin bemerkbar, wie schwer es ist, Beruf und Mutterschaft zu vereinbaren, wie wenig gesellschaftliche Wertschätzung Carearbeit hat und auch in der Schule profitieren am meisten die Kinder, die gutverdienenden Akademikereltern haben.

Ich kann jede Frau verstehen, die nach ein oder zwei Kindern sagt, dass sie kein weiteres Kind schafft. Ich kann jede Frau verstehen, die lieber abtreibt, als mittellos ein Kind allein zu erziehen. Wie viele Geschichten kenne ich von Vätern, die nie die Verantwortung für Ihre Spermien übernommen haben, die nicht zahlen und sich nicht kümmern. Häufig sind das die Männer, die den Frauen gleich beim Schwangerschaftstest gesagt haben, dass sie das Kind doch umgehend abtreiben mögen. Ich glaube sogar, es gibt eine recht große Schnittmenge zwischen den Männern, die gegen eine legale Möglichkeit der Abtreibung sind und bei ungewollten Schwangerschaften die Frau gleich zur Abtreibung drängen. Tim Murphy ist ein bekannteres Beispiel dafür.

Wer wirklich daran interessiert ist, dass es Frauen und Babys gut geht, ist nicht gegen Abtreibung. Der Ansatz muss ganz klar eine Gesellschaft sein, in der nicht nur befruchtete Eizellen, sondern auch Kinder willkommen sind. Wenn ein Mann nicht möchte, dass eine Frau ungewollt schwanger wird, dann muss er lernen, verantwortlich mit seinen Spermien umzugehen. Und jede Person, die sich für die Gesundheit von Frauen ausspricht, muss dafür sein, dass eine Frau auch sicher abtreiben kann. Alles andere ist frauenverachtende Scheiße und verdient niemals das Label „pro life“.

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  1. Hallo,

    Natürlich gehört der Uterus dir. Also kümmere dich selbst darum, es ist deine Verantwortung. Du kannst sie annehmen oder sein lassen, deine Entscheidung.

    Wenn ein Mann nicht Vater werden will muss er sich auch um Verhütung kümmern, nicht das er dann noch ein Balg an die Backe geheftet bekommt.

  2. Ich kann mit deiner Argumentation in allen wesentlichen Punkten mitgehen. Zwei Themen fehlen mir im Beitrag:
    1. Wie steht es um das Ungeborene? Ab wann ist es für dich ein Lebewesen? Ich frage das aus einem ganz banalen Grund: Als ich beim ersten Ultraschall dabei war und die Herztöne gehört habe, war mir eins klar: Ich kann an der Diskussion um Abtreibung keine Partei mehr einnehmen. Gleichzeitig sagt mir die Vernunft, dass das, was du oben geschrieben hast auch richtig ist.
    2. Ich beobachte natürlich auch die Diskussion um das gesamte Thema Abtreibung. Was ich mich dabei immer wieder frage: Wo sind die großen Demos der Frauen? Warum wird eher in Onlinediskussionen und Onlinepetitionen gedacht, anstatt auf die Straße zu gehen? Die Frage ist bitte nicht als Angriff zu verstehen. Ich möchte es nur verstehen.

    Ich würde mich freuen, wenn du auf die beiden Aspekte eingehen würdest.

  3. @jst: Zur ersten Frage. Für mich sind die ersten 12 Wochen ethisch absolut vertretbar. In dieser Zeit passieren auch viele „natürliche“ Fehlgeburten. Wie Du schon schriebst, ist ein Herzschlag irre beeindruckend. Das ist einer der Gründe, warum ich froh bin, dass ich nie in die Verlegenheit kam, über eine Abtreibung nachdenken zu müssen und weshalb ich froh bin, nie eine Fehlgeburt gehabt zu haben. Aber nicht jede hat dieses Glück und ich finde es tausendmal unethischer das „Recht“ einer befruchteten und sich teilenden Eizelle über das der Person zu stellen, ohne die diese niemals überleben könnte. Späte Abtreibungen finde ich deutlich schwieriger aber auch hier muss das medizinische Wohl der Frau über allem anderen stehen.

    Ich persönlich bin und war nie der Demo-Typ. Mit acht Jahren haben ich angefangen für Greenpeace und ai Briefe zu schreiben, Unterschriftenlisten mitzuzeichnen und zu spenden. Schon damals schien mir das ein ebenfalls eine sehr effiziente Methode, um Gehör zu finden. Genauso sehe ich es hier. Zumal es in diesem Fall ja weniger um eine Verschärfung des Gesetzes geht, so wie gerade in Polen oder in den USA, sondern Paragrafen wegfallen sollen. Meines Erachtens legen die Online-Feministinnen hier das Fundament, gut möglich, dass es bald im Mainstream ankommt und dann auch Demos folgen. Aber irgendwo muss man starten und ich finde es super, dass ich es vom Schreibtisch aus kann.

  4. Sehr viele vernünftige Gedanken. Absolute Zustimmung dazu, dass die Gesundheit der Frau und der geborenen Kinder sehr wichtig sind und nicht in einer Debatte um ungeborene Kinder untergehen dürfen. Es scheint eine klare Trennung zu geben in den Köpfen derer, die gegen Abtreibung sind, zwischen dem Kind vor der Geburt (vollwertiges Lebewesen, das Schutz benötigt) und nach der Geburt (wird schon irgendwie zurecht kommen).

    Ich mochte auch die Frage, warum niemand mit Männern über ungewollte Schwangerschaften redet. Ich weiß nicht, ob es da tatsächlich nichts gibt, denn nach der bisher einzigen Verhütungspanne gab es ein kurzes, vernunftgeführtes Gespräch mit meiner damaligen Freundin und die Pille danach, aber ich halte das tatsächlich für sinnvoll. Man weiß als Mann halt nichts über Schwangerschaften! Und man stelle sich vor, skandalös, ich als Mann finde das nicht gut.

    Was nicht stimmt oder unpräzise dargestellt wurde, ist, dass niemand Masturbieren beim Mann für Massenmord hält. Die Kirchen tun das sehr wohl, sogar die moderne evangelische. Sie sagen das auch. Ich erinnere mich an Artikel in evangelischen Jugendzeitschriften, die den Jugendlichen das Wichsen ausreden wollten. Nur eine Aggressivität wie bei manchen Abtreibungsdebatten ist mir zu dem Thema noch nicht begegnet.

    Mein Lieblingsgruselargument bleibt aber die Abtreibung als einfache Verhütung. WTF. Dass Abtreibung nicht wie eine Aspirin einwerfen ist erscheint mir sehr offensichtlich. Auch wirtschaftlich lohnt es sich sicherlich nicht und auch aus gesundheitlicher Sicht sind die Hormone aus der Pille sicherlich immer noch besser als mehrfache Abtreibungen. Ich weiß nicht, wie oft eine (junge) Frau so schwanger werden würde, wenn sie ein aktives Sexleben hat, nicht verhütet und jedes Mal abtreibt, aber das kann nicht gut ausgehen. Spätestens bei diesem „Argument“ sollte also jeder erkennen, mit was für einem Unwissen und mit wieviel Blödsinn diese Debatte geführt wird.

  5. Sicht als Mann:
    Das Kind als Mensch spielt anscheinend keine Rolle. Ebensowenig das Kind als Kind des Mannes.

    Das Kind als Fortsatz des eigenen Körpers zu berrachten, über das man vollständige und alleinige Verfügungsgewalt hat, empfinde ich als unethisch und diskriminierend für Kind und Vater.

    Das Recht zu definieren, wann Leben beginnt, wann es menschlich ist und wann man es töten darf alleine aus dem eigenen Geschlecht und der Position der Stärke und der eigenen Verfügungsmöglichkeit heraus abzuleiten ist fragwürdig.

    Ich bin weder gegen Abtreibung noch gegen Gleichberechtigung, sie machen es sich in einer komplexen ethischen Frage allerdings sehr einfach. Auch Ihre Argumentation ist nicht stringent. Wer hindert denn Frauen daran, sich zu sterilisieren, wenn sie keine Kinder wollen? Und in Bezug auf die Verhütungsfrage: was können denn die Männer gesamt dafür, wenn Sie eine schlechte Partnerwahl treffen?

    Ich gehe nicht davon aus, dass dieser Kommentar veröffentlicht wird. Aber mei, was solls.

  6. Es ist im Grunde ganz einfach. Wenn Sie verhindern möchten, dass angetrieben wird und wenn Sie als Mann Ihren Beitrag dazu leisten wollen, dann übernehmen Sie doch einfach die Verantwortung für Ihre Spermien. Fragen Sie, ob die Frau ein Kind mit Ihnen möchte. Wenn nein, sollten Sie als erwachsener Mann wissen, was zu tun ist. Nutzen Sie z.B. Kondome. Wo kein Spermium, da keine Schwangerschaft, so einfach ist das und damit können Sie sich alle ethischen Bedenken und Gedanken zum Vatersein und Schutz des Kindes schenken. Werden Sie aktiv, passen Sie auf, dass keine Frau durch Sie in die Situation kommt über Abtreibung nachdenken zu müssen. Sie haben es in Ihrer Hand (oder so ähnlich ;-), beteiligen Sie sich aktiv an der Verhütung von Schwangerschaften und nehmen Sie Ihre Rolle Spermiengeber ernst.

  7. Verstehe den Text nicht. Bin ein Mann und verstehe nicht wieso ich stellvertretend an allem schuld sein soll, weil ein Spahn den jeder für einen Vollspahn hält irgendwelche Aussagen macht. Ich musste selbst schon mit „Gewalt“, also körperlicher Kraft (niemand würde verletzt) eine Frau vom unverhüteten Akt abhalten. Eventuell mal selbst weniger sexistisch unterwegs sein, sexismus/feminismus nicht als instrumentalisiertes Werkzeug verstehen, sondern mal wirklich für Gleichberechtigung kämpfen. Ich sehe immer nur Frauen, und Verhaltensweisen, in denen versucht wird, das was man Männern vorwirft zu kopieren. Kein Mensch scheint Machtmissbrauch zu interessieren zb. Außer…außer…er ist geschlechterbezogen. Dann ist er total relevant. Ansonsten…iregendwie wohl nicht. Das ist nicht nur Menschenverachtend (genauso wie Abtreibung weil man sexuell „Spaß“ haben möchte).

    Einfach zu sagen, Abtreibung sollte vollkommen in der Hand der Frau sein, ist ungefähr genauso sinnvoll wie freie Medikamentenzugänglichkeit. Es ist heuchlerisch und Menschenverachtend. Das heißt nicht das es nicht wichtig ist, das Gesundheit und Zukunft im Vordergrund stehen. Von daher ist es gut „Lösungen“ zu finden, aber diese sollten ja wohl im Sinne eines Menschen sein, nur nicht, eine Geschlechterspezifische frage.

    Denn falls sie das so sehen, würde ich mich nicht wundern, warum es bei Ihnen mit den Männern nicht klappt. Sie schreiben zwar immer Männer wären kalte, einsame Wesen, die keinerlei Interesse an Familie, an der Frau, die ja nur Gebärmaschine für sie ist, haben, und alles nur zum Spaß haben. Auch sind Männer natürlich früher nur arbeiten gegangen, um ihre Frau zu unterdrücken. Ist klar.

    Aber…haben sie mal daran gedacht, das Männer einfach ein anderes Bewusstsein haben? Das Männer zb oft diese „Bürde“ aufgelastet wird? Die Erwartung und Verantwortung? Der starke Mann und Versorger? Welche Männer werden denn meist ausgewählt? Die heißen? Die begehrten? Die Bad Boys. Wenn man als Mann betrachtet worauf Frauen stehen, dann sind es die unabhängigen, starken, die, die sich durchsetzen. Meist, aus eigeninteresse bzw. Selbsterhaltung der Frau. Es mag also für sie ein Privileg sein, „Mann“ zu sein. Aber sie sind die, die dke „erfolgreichen“ Männer zb attraktiv finden. Und ein Mann undirekt zwingen dies zu sein. Übrigens, da wir nicht mehr im 18 Jahrhundert leben, auch Frauen können gutes Geld verdienen. Auch mit Kinderkriegen. Und auch mit der Möglichkeit entsprechend andere zu unterdrücken. Aber…das ist ja nicht so wichtig.

    Dennoch, fehlt viel Bewusstsein. Zb das es viele Frauen gibt, die eben „strukturell“ abhängig sind. Die sich auf einen Mann einlassen, und langfristig abhängig werden. Zu wenig verdienst für eine Wohnung, oder gar für ein Kind. Die nie darauf vorbereitet wurden selbstständig zu sein. All diese Frauen gibt es. Unmengen. Die in Beziehungen sind, weil sie sonst auf der Straße säßen. Die sich unterdrücken lassen, um wenigstens essen und ein Dach über dem Kopf haben. Übrigens etwas, das mittlerweile viele Menschen tun, unabhängig vom Geschlecht. Das sollte es wohl fairer machen. Frauen in die Wirtschaft, „Privilegien“ geben, aber dafür, Machtmissbrauch einfach ignorieren. Denn…sie schreiben auch nur über „ihren“ Uterus. Ich sehe kein Wort über Menschlichkeit, Gleichberechtigung oder die Rücksicht von eben genannten Frauen. Das sich für diese irgendwas ändert. Für diese Frauen wird sich nichts ändern…aber Hauptsache sie haben die Hoheit. Und können andere unterdrücken…

    Schade, das es in all diesen wichtigen Bereichen und Themen, soviel Heuchelei gibt, der jegliche positive Änderung eigentlich im Keim schon erstickt.

    Wie dem auch sei – ein Mann der meint er bestimmt über den Uterus gegen eine Frau die weiß was mit männlichen sperma zu tun ist.

    Willkommen im fortschrittlichen 2018. Tolle Welt.

  8. Der letzte Kommentar von Ihnen klingt, als würden sie Männer nicht als gleichberechtigtes menschliches Wesen sehen, sondern lediglich als biologische Befruchtungsmaschine. Man darf fragen, aber die Frage bzgl Kindern liegt vollkommen in der Hand der Frau? Genauso wie das Sorgerecht und alles andere schätzt ich. Sie lassen aber schnell die Maske fallen…

  9. „Wer hindert Frauen daran, sich sterilisieren zu lassen, wenn sie keine Kinder wollen?“

    Viele Ärzte halten nichts davon, eine kinderlose Frau zu sterilisieren und lehnen derartige Anliegen auch vehement ab.

    „Was wenn Sie Ihre Meinung irgendwann mal ändern?“ kommt dann in verschiedensten Varianten zur Sprache.

    Es ist nicht einfach, eine/n Arzt/Ärztin zu finden, der/die solche Anliegen respektiert und Patientinnen ernst nimmt.

  10. Die Überschrift wird im Artikel in keiner Weise wiedergespiegelt. Denn, abgesehen von „Männer“ wollen der Abtreibung Steine in den Weg legen (als ob die Pro-Lifer nicht eine erschreckend hohe Frauenquote in ihren Reihen hätten), findet sich nicht viel.
    Ihr Uterus gehört Ihnen. Abtreibung ist straffrei möglich. Niemand hat die rechtliche Befugnis Ihre potentielle Entscheidung für eine Abtreibung zu blockieren. Das ist Status quo. Das Abtreibungen gesellschaftlich nicht neutral gewertet werden nimmt Ihnen kein Recht.
    Ich bin für eine vollständig legalisierte Abtreibung. Aber eben auch gegen irreführende und argumentativ nicht belegte Thesen, besonders wenn sie prominent als Headline verwendet werfden. Das Gefühl das Ihnen Mann und die Welt in ihre Entscheidung hereinreden möchte ändert nichts daran das Sie die alleinige Entscheidungsgewalt haben.

  11. Ich verstehe das Problem nicht.

    Eine Abtreibung ist legal möglich.
    Haben Sie sich die Straftatbestände mal durchgelesen, bevor sie diesen Artikel geschrieben haben?

    Der Schwangerschaftsabbruch ist nicht rechtswidrig (also legal), wenn sich die Schwangere mindestens 3 Tage vor dem Abbruch hat beraten lassen, der Abbruch von einem Arzt durchgeführt wird und seit der Empfängnis nicht mehr als 12 Wochen vergangen sind.

    Ein Beratungsgespräch vor einem derartigen körperlichen Eingriff ist doch sinnvoll. Zwar thematisiert dieses Beratungsgespräch hauptsächlich das ungeborene Leben, jedoch auch die psychischen und physischen Folgen einer Abtreibung.
    Wer einen solchen Eingriff in Betracht zieht, dem kann doch eine Beratung nicht schaden. Entweder werden andere Möglichkeiten aufgezeigt, z.B. wenn sich eine Frau aus wirtschaftlichen Gründen zunächst gegen das Kind entscheidet, oder die Frau bleibt bei ihrer Entscheidung, bekommt den Nachweis über das Beratungsgespräch und kann problemlos abreiben.
    Über den Punkt, dass eine Abtreibung zwingend von einem Arzt durchgeführt werden muss, müssen wir hoffentlich nicht diskutieren. Und dass der Abbruch spätestens 12 Wochen nach der Empfängnis (entspricht 14. Schwangerschaftwoche) durchgeführt werden muss, sehe ich auch nicht problematisch. Schließlich gibt es gesetzliche Ausnahmen, die auch einen späteren Abbruch rechtfertigen.
    Also wo ist das Problem?
    Sollte der Straftatbestand abgeschafft werden, was ändert sich dann? Insbesondere frage ich mich, was sich für die ungewollt schwangere Frau ändert. Vielleicht muss sie vor dem Abbruch nicht mehr zur Beratungsstelle. Aber mehr wird sich nicht ändern. Oder können Sie aufgrund dieser banelen Änderung sagen „Endlich gehört mein Uterus mir!“? Vermutlich nicht.
    Wenn Sie sich den Straftatbestand genau durchlesen, werden sie bemerken, dass derjenige bestraft wird, der den Schwangerschaftsabbruch unter Missachtung des 218a StGB, also der oben genannten Voraussetzungen durchführt.
    Der Straftatbestand des Schwangerschaftsabbruchs dient also dem Schutz der Frau. Ein Laie, der einen Abbruch durchführt wird bestraft. Milder bestraft wird die Schwangere, die den Abbruch selbst durchführt. Diese Methoden sind veraltet und kommen zur heutigen Zeit vermutlich so gut wie nicht mehr vor, gerade weil es heute kein Problem ist, eine Abtreibung auf legale Weise von einem Arzt durchführen zu lassen. Ist es so verwerflich denjenigen zu bestrafen, der eine Abtreibung durchführt, ohne Arzt zu sein?
    Wenn dies in Ihren Augen verwerflich sein sollte, erklären Sie mir doch bitte, welchen Vorteil eine Frau davon haben könnte und was das mit ihrem Uterus zu tun hat.
    Auch kann ich nicht ganz nachvollziehen, welchen Vorteil eine Frau davon hat, wenn § 219 StGB abgeschafft wird.
    Eine schwangere Frau, wird früher oder später einen Frauenarzt aufsuchen. Sollte die Schwangerschaft ungewollt sein, wird dieser sie darüber aufklären, ob er selber einen Abbruch durchführt oder wohin sie sich begeben muss, um einen Abbruch durchführen zu lassen.
    Wenn ein Arzt auf seiner Homepage Werbung dafür macht, dass er Abtreibungen durchführt, ändert sich doch für die Schwangere nichts. Sie wird den Arzt so oder so aufsuchen müssen.
    Ich verstehe die Empörungswelle ehrlich nicht.

    In Ihrem Artikel geht es um Ethik und Moral und die Stellung von Mann und Frau. Darüber kann man diskutieren. Jedoch wird sich all dies, was Sie in Ihrem Artikel aufzählen, nicht ändern, wenn genannte Paragraphen wegfallen.

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