Welche Blogs ich lese und warum: Informations- und Linkhubs

Nach der Neugestaltung meines Blogs habe ich lange über meine Blogroll nachgedacht und am Ende das Konzept für mich verworfen.

Die Blogroll, die ich erstellt hätte, hätte nicht mein tatsächliches Leseverhalten wiedergespiegelt.

Auf meiner Blogroll stünden Blogs von Menschen, deren Blogs ich schon lange kenne aber auch genauso lange nicht mehr gelesen habe, Blogs die mich in bestimmten Lebensabschnitten belgeitet haben, aber die mich aktuell nicht so sehr interessieren.

Es fänden sich dort Blogleichen oder Blogs in Koma, einfach weil es mir leid täte sie rauszukicken, so wie man den ganzen Tanft und Firlefanz im Haus auch vor sich hinstauben lässt. Ferner würden einige Blogs fehlen, weil es mir etwas unangenehm ist, dazu zu stehen, dass ich sie gern lese.

Außerdem sagt eine Blogroll meist gar nichts aus. Der Blogtitel oder dem Namen des Autors trifft nur in den seltensten Fällen den Kern des Blogs.

Daher habe ich beschlossen, aus meinem Feedreader die Blogs auszuwählen, die ich wirklich regelmäßig lese und sie kurz zu kommentieren.

In Anbetracht der Tatsache, dass mein Bruder meinen Musikgeschmack gern als Barock-Folk-Ska-Hektiker-Techno bezeichnet, sei darauf hingewiesen, dass meine Vorlieben nicht unbedingt massenkompatibel sind.

Außerdem schätze ich diese Blogs. Sehr. Ich werde mich also meiner Begeisterung für sie völlig kritiklos hingeben.

Insgesamt werden es wohl sechs Kategorien werden. Da ich mich nicht kurz fassen kann, splitte ich das Projekt. Heute:


Persönliche Link- und Informationshubs

Ich bin faul und habe wenig Zeit. Außerdem bin ich ungeduldig und wenn ich in einem Blog mal einen Eintrag nicht mag, komme ich nicht unbedingt wieder.

Deshalb mag ich meine Linkhubs so gern. Ich vertraue ihnen, dass sie in den Untiefen des Internets, die Filetstücke raussuchen und Menschen wie mir, die völlig überfordert sind von der Fülle des Webs, zugängig machen.

Wirres.net las ich schon, da war es noch ein Newsletter. Ich freute mich immer wie verrückt, wenn in meiner Mailbox diese Sammlung von Kacke-Witzen, Filmrezensionen, Familiengeschichten und Links zu irgendwelchen surrealen Websites einging. Es dauerte ziemlich lange, bis ich kapiert habe, dass es wirres.net auch als Blog gab.

Die tägliche und sehr unterhaltsam kommentierte Linkliste arbeite ich meist gewissenhaft ab, weil ich mir sicher sein kann, dass mich am Ende alles interessieren wird. Die undogmatische Vielseitgkeit gefällt mir besonders. Ich bin so schnell von Monothematik genervt aber hier finde ich alles von kackenden Hunden bis Vorratsdatenspeicherung.

Etwas unfair ist es allerdings schon, Felix Schwenzel nur als Internet-Trüffel-Schwein darzustellen. Denn die rührend-schönen Geschichten, die klugen und unvorhersehbaren Kommentare sowie die unprätentiösen Reflektionen übers Internet und was damit zusammenhängt, sind ein mindestens genauso wichtiger Bestandteil seines Blogs.

Frau Fragmente hat ein Blog, das ich sehr schätze, aber ihren Twitter Stream verehre ich geradezu. Sie verlinkt die wunderschönsten Geschichten und Blogs, die das Internet zu bieten hat.

Besonders bewunderswert finde ich, dass sie Texte verlinkt, die oft unglaublich melancholisch, traurig oder romantisch sind, aber nie die Grenze zum unangenehmen Pathos überschreiten.

Ebenfalls eindrucksvoll ist ihr Händchen bei der Auswahl von Blogs (da komme ich in einer späteren Kategorie noch einmal drauf zurück), Posts oder Artikeln zum Thema Sex, auch hier wird die Linie zwischen spannend und plumb nie überschritten.

Die Mädchenmannschaft zähle ich auch zu meinen favorisierten Informationshubs. Ich würde lügen, wenn ich schriebe, dass ich jeden Artikel gleichermaßen gut finde. Im Gegenteil, nicht selten interessieren sie mich nicht oder ich schlage gar meine Hände über dem Kopf zusammen.

Darum geht es aber überhaupt nicht, vor allem wenn man bedenkt, dass 60% meiner Blogeinträge aus der Tatsache resultieren, dass ich mich über irgendwas aufgefregt habe.

Meiner Meinung nach ist das Blog der Mädchenmannschaft das einzige Blog, das derart umfassend und vielseitig über Frauenthemen und vor allem über Frauen im Internet schreibt. Besonders gefällt mir der internationale Perspektive auf Frauenthemen.

Über die Serie WWW Girls bin ich auf eine Vielzahl interessanter Blogs gestoßen, die ich sonst niemals wahrgenommen hätte.

Und Dank der Genderissimi: Die Blogschau lese ich teilweise sehr interessante Artikel in Blogs, die ich – selbst wenn ich sie kennen würde – nicht regelmäßig lesen würde.

Weiter geht es dann in ein, zwei, drei Tagen, Wochen oder Monaten mit der nächsten Kategorie “Klug“.

4 Kommentare, 4 Tweets, 2 Facebook Shares, 7 Plusones

  1. Das gefällt mir sehr gut. Die Begründungen würde ich so auch unterschreiben, nun sind es zwar Blogs, die ich schon kenne und auch lese, aber das ist ja eigentlich nicht wichtig. Ich freue mich also auf weiteres. :)

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  3. Pingback: Ich will keinen Medientrailerpark, ich will ein mediales Schlaraffenland | Journelle

  4. Ich wuerde mich sehr ueber eine Ueberarbeitung deiner meistgelesenen Blogs freuen.
    Nach zwei Jahren hat sich bestimmt einiges geaendert.

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