Weitere Informationen zum Speednetworking auf der re:publica 12

Für die re:publica Session von Patricia und mir am Donnerstag dem 3. Mai 2012 um 11 Uhr im Open Space – wherever that may be – haben wir nun auch einen digitalen Fragebogen.

Dieser wird analog vor der Session ausgeteilt, aber wer Lust hat, ihn schon heute oder morgen oder übermorgen (…) auszufüllen, einfach weil es Spaß macht oder weil die Handschrift schwer zu lesen ist, sei herzlich dazu eingeladen.

Das Ausfüllen des Fragebogens ist keine verbindliche Anmeldung und garantiert keinen Platz bei der Session.

Mit den vielen bunten Aufklebern oben auf Bild hat es folgendes auf sich: vor unserer Session wird Euch ein Aufkleber in die Hände gedrückt, mit der Bitte, spontan drei Dinge über Euch darauf zu notieren. Damit soll der Einstieg ins Gespräch vereinfacht werden. Bei Patricia hätte ich jedenfalls gleich mehrere Fragen.

Für den Kontaktaustausch empfehlen wir, die App Bump runterzuladen und darin einen Kontakt anzulegen. Grobmotoriker wie ich können dann hervorragend durch Aneinanderstoßen der Geräte die Kontaktdaten austauschen. Papier und Stifte stellen wir natürlich auch zur Verfügung (notfalls kann man mit Edding ja auch Notizen auf sein iPhone machen).

Für Google-Phobiker hier der Fragebogen als pdf-Datei.

Wir freuen uns schon riesig auf die re:publica, unsere Session, Euch und viele unterhaltsame Gespräche.

Das digitale Artikelbuch: QUOTE.fm

Über Ostern kramte ich im Haus meiner Eltern in meinem alte Sachen.

Ich fand Tagebücher und Kalender in denen ich Partys mit einem Piktogramm dekorierte, bei dem sich eine Frau das T-Shirt hochzieht:

Außerdem Zeugnisse meiner frühen Schuhliebe:

Sowie die Timeline eines Beziehungsendes:

Ferner Fotos, die beweisen, dass ich mich schon zu einer Zeit fett fand, in der es wahrlich ein Wahrnehmungsproblem gewesen sein muss:

Schon damals hätte ich offenbar viel Spaß mit Blog, Twitter und Instagram gehabt.

Dann fand ich noch dieses Buch:

Darin sammelte ich Zeitungsausschnitte (unten rechts Angela Merkel als Familienministerin):

Einfach weil ich sie aus irgendeinem Grund lustig, wichtig, schön, anregend, schockierend oder klug fand:

Ich habe damals analoge Bookmarks gesetzt und offenbar immer schon gern Schrägstriche benutzt.

Die Skeptiker der neuen Medien werden jetzt wieder rufen:

‚Schau wie schön, etwas für die Ewigkeit, so haptisch, so echt. Ein Beweis, das man den digitalen Schnick-Schnack gar nicht braucht.‘

Mitnichten!

möchte ich hier antworten. Denn so niedlich dieses Buch ist, es gab keine Interaktion.

Die Autoren/Zeichner/Fotografen der Artikel/Zeichnungen/Fotos, die ich mit einer Schere ausschnitt und mit Pritt-Stift in mein Buch klebte, haben nie erfahren, dass mich für ihre Arbeit begeisterte.

Niemand kann mir weiß machen, dass es selbst dem berühmtesten Profi egal ist, wie jemand über seine Arbeit/sein Werk denkt, schon gar wenn es positives Feedback ist.

Ich jedenfalls verfolge jeden Tweet/Facebookeintrag/google+ Hinweis etc. zu meinen Texten und nehme die verlinkenden Menschen abends in mein Gebet.

Und ich mag es sehr, andere Leute auf etwas Gutes aufmerksam zu machen oder mit ihnen zu teilen, was mich gerade bewegt. Und weil ich wissen möchte, was andere Leute beschäftigt, lese ich täglich meine Informations- und Linkshubs.

Ich hätte vielleicht einen Bookmark-Buch-Austausch mit meinen Freundinnen initiieren können aber ich bezweifle, ob die Umsetzung mit einem Hinweis im Blog, auf Twitter oder Facebook zu vergleichen gewesen wäre.

Am meisten Ähnlichkeit mit meinem Buch hat allerdings mein aktueller Crush: QUOTE.fm

Über zwei Wege entdeckte ich QUOTE.fm.

Maximilian Buddenbohm erwähnte es auf Facebook, wobei der Hinweis, dass dort nur Texte zu finden sind, meine Neugier nur mäßig weckte und ich nicht einmal den Namen behielt.

Dann sah ich in meinen Statistiken, dass über QUOTE.fm Links eingingen und ich dachte mehrere Tage lang, dass es sich um einen Feedreader handeln müsse.

Irgendwann klickte ich dann doch auf den Link und fand Zitate meiner Texte in blauer Umgebung. Ich klickte weiter, meldete mich an und war hingerissen.

Naja, ich war hingerissen, nachdem mein Bruder mir den Bookmarklink (Bookmarklet) korrekt in den Browser gesetzt hatte.

Fragen Sie nicht, aber die Handhabung ist echt nicht einfach und verbesserungsfähig wäre auch die Nutzung von QUOTE.fm auf Smartphones oder iPads. Bisher kann ich mobil nicht selbst zitieren, sondern nur die ‚Recite-Funktion‘ nutzen.

Aber erstmal zu den Basics. Wenn man bei QUOTE.fm angemeldet ist, kann man vor allem zwei großartige Dinge tun:

A) Man verlinkt einen Text, den man empfehlen möchte, indem man eine prägnante Textstelle zitiert oder einen auf QUOTE.fm bereits zitierten Text recited also erneut zitiert.

B) Man liest Texte, die andere QUOTE.fm Nutzer verlinkt haben. Durch das Zitat bekommt man meist einen derart guten Eindruck vom Text, dass man in den seltensten Fällen einen schlechten Text hinter einem guten Zitat erwischt.

Begeistert bin ich auch von der Vielfalt. Ich schmore ja seit Jahren im gleichen Saft, mein Feedreader ist überschaubar gefüllt, bei Twitter folge ich auch den üblichen Verdächtigen. Ab und an kommt frisches Blut rein aber eigentlich geht es bei mir zu, wie beim europäischen Hochadel und wirklich gut ist das nicht.

Natürlich trifft man auch bei QUOTE.fm viele alte Bekannte aber eben auch viele neue Gesichter, die dann Texte aus Blogs quoten von denen ich noch nie gehört habe oder die ich nicht (mehr) beachte, weil mich ein Eintrag mal negativ voreingenommen gestimmt hat.

Und die internationale Komponente, die ich schon im Rahmen meiner Instagram-Euphorie so begeisternd fand, finde ich auch bei QUOTE.fm spannend.

Es werden viele englische Texte zitiert, Chinesisch und Französisch habe ich auch gesehen.

Leider merkt man zuweilen, dass es derzeit noch eine recht überschaubare Gruppe von Zitierern/Nutzern gibt.

Man hat den Eindruck einer kleinen verschworenen Gemeinschaft. Das ist knuffig aber das ist ja nicht Sinn der Sache. Hier zählt ja eindeutig, dass mehr Nutzer mehr Lesemöglichkeiten also mehr Nutzwert generieren.

Gerade weil auch die Plattform auf viele Nutzer angelegt ist. So kann man nach Themen sortieren (Arts, Culture, Economy, Education, Entertainment, Science, Sports, Technology, Work) oder nach Sprachen (bisher Englisch und Deutsch). Es gibt sogar für jeden Themenbereich Kuratoren (curator), die man wählen kann, noch hat sich mit die Sinnhaftigkeit allerdings nicht erschlossen.

Aufgrund des relativ geringen Zitat-Aufkommens suche ich derzeit auch vor allem unter ‚discover‚ nach Texten.

Wenn ich sicher gehen will, dass ich die aktuellsten Themen der Blogosphäre mitbekomme, sortiere ich mir alle quotes ‚by popularity‚. Bisher wurde jeder wichtige Text auch bei QUOTE.fm nach oben gespült.

Ich finde übrigens, dass der Algorithmus von ‚by popularitiy‘ sehr geil programmiert ist, kein Text bleibt zu lange oben, es findet ziemlich viel Austausch statt, optimal also für Leute, die jeden Tag mal kurz reinschauen.

Wirklich Entdecken kann man am besten unter quotes ‚by time‚.

Es gibt auch noch die Möglichkeit nur die Empfehlungen derjeningen zu lesen, denen man folgt, aber aus dem oben genannten Grund findet man diese Zitate derzeit auch immer schnell unter ‚discover‘.

Die Suchfunktion steht in Mittelmäßigkeit der von Twitter und Facebook in nichts nach, aber offenbar behindert das nicht den Erfolg einer guten Plattform.

Die Kommentarfunktion, die man unter ein Zitat oder Wiederzitat setzen kann, habe ich bisher wenig genutzt. Ich bin der Meinung, Kommentare sollte man direkt unter den eigentlichen Text setzten aber vielleicht bin ich auch ein Kommentarspießer. Offenbar bin ich nicht die Einzige, denn bisher wird auf QUOTE.fm (noch) wenig kommentiert oder diskutiert.

Wäre ich also 15 Jahre später geboren, gäbe es kein Artikelbuch, sondern nur ein QUOTE.fm Account. Ich hätte das Buch später nicht meinen Kindern zeigen können, aber der Prozess des Sammelns, Teilens und Entdeckens wäre spannender gewesen. Und niemand würde heute wissen, was für eine schreckliche Handschrift ich hatte.

Aber eigentlich ist das auch egal, denn schon jetzt gilt: wenn meine Kinder später wissen möchten, was mich seit ca. 2004 interessiert hat, müssen sie mein Blog oder meine diversen Accounts durchforsten oder sich reinhacken. Vielleicht werden sie so digitale Archäologen und gründen einen neuen Berufsstand.

Oder wir setzten uns Ostern einfach zusammen und unterhalten uns.

Update 16.6.12: Reeder hat Quote.fm integriert. Das habe ich zum Anlass genommen endlich zu Reeder zu wechseln. Reeder ist super und das Zitieren/Teilen von Texten über Quote.fm klappt einwandfrei.

Überschätzte Angebote im Internet: Skype

Vor einiger Zeit teilten mir Menschen, mit denen ich sehr gern telefoniere, mit, dass Sie nun nicht mehr per Festnetz sondern nur noch via Skype erreichbar seien.

Die Vorstellung auf meinen Bildschirm zu brüllen, statt gemütlich mit dem Hörer am Ohr auf dem Sofa oder dem Bett zu lümmeln, machte mir die Internet-Telefonie nicht unbedingt schmackhaft. Außerdem haben der Mann und ich eine Telefon-Flatrate und selbst ins Ausland kann man mit den passenden Vorwahl sehr günstig telefonieren, vorausgesetzt die entsprechenden Personen haben einen Festnetzanschluss. Das Chatten wiederum klappt hervorragend mit iChat. Also auch ohne Skype fühlte ich mich kommunikativ bestens versorgt.

Aber als gute Freundin nahm ich mir kürzlich die Zeit, lud die entsprechende Software runter, meldete mich an und machte mich auf die Suche nach meinen wild skypenden Freunden. Ihnen allen schrieb ich übers System eine Mitteilung, dass ich nun skype-line sei und der Internettelefonie nichts mehr im Wege stände.

Was soll ich sagen? Seither sind drei Wochen vergangen. Keine Reaktion via Skype. Statt dessen Emails und SMS der betreffenden Personen. Auch die Online-Präsenz ist denkbar gering. Während sich bei iChat zu jeder Tages- und Nachtzeit Freunde, Familie, Bekannte und entfernt bekannte tummeln ist bei Skype grundsätzlich nichts los. Lediglich der Skype Testanruf ist eingestellt, aber mit dem ist ein Gespräch verhältnismäßig langweilig.

Videobesuch

Das war wohl die längste, nicht durch Urlaub verursachte, Blogpause bislang. Vielleicht ändert sich das nun mit meinem neuen Computer. Ein hübscher, schöner, großer iMac mit ganz viel Speicher und ohne Tragevorrichtung. Dafür mit tollen neuen Spielereien.

Heute früh beispielsweise erhielt ich eine Einladung zur Videokonferenz. Völlig irritiert und im Glauben, dass man sicherlich noch das ein oder andere Programm installieren müsste, klickte ich auf ja und schon stand ein Freund im Zimmer. Also virtuell und ich war noch halb nackig und ungeschminkt. Aus Sicherheitsgründen habe ich nun etwas vor meine Kamera geklebt. Wenn ich das nächste Mal voreilig einer Videokonferenz zustimme habe ich immerhin noch ein Backup.

Computermarotten

Seit Monaten versucht der Mann mich davon zu überzeugen, dass es für den Laptop nicht gut sein kann, ständig im Stand-By-Modus zu verweilen. Nun ist es aber so, dass mein Bruder – der sehr prägend für die Computerkultur der gesamten Familie war – den Stand-By-Modus zum einzigen Computermodus überhaupt ernannt hat. Meine Mutter schaltet ihren Laptop beispielsweise nur zu den großen Feiertagen aus, denn dann ist mein Bruder zu Besuch und kann helfen, falls Sie Probleme beim Starten bekommt oder die von ihr benötigten Programme sucht.

Ich jedenfalls schätze es sehr, meinen Computer einfach nur aufklappen zu müssen und wie in einem angefangenen Buch und ohne Verzögerung an der Stelle weiterzulesen, an der ich Stunden zuvor stehen geblieben war. Ab und an überkommt mich dann aber das schlechte Gewissen einer zu bequemen Computer-Mutti und für einige Zeit fahre ich den Laptop nach Gebrauch ordnungsgemäß runter.

Dank des Dell-Akku-Problems erlebe ich gerade einen solchen Zeitabschnitt. Eigentlich sollte man sich bei einem Apple keine Gedanken machen, aber die Sorge, dass mein Laptop während des Schlafs Feuer fängt, sorgt dafür, dass ich gegen 23 Uhr meinen Computer auszuschalten, den Akku entferne und den Netzwerkstecker rausziehe.

Nun fiel mir heute nach dem oben genannten Prozedere ein, dass ich noch eine wichtige Sache recherchieren wollte. Ich saß also vor meinem vollständig ausgeschalteten Laptop und ärgerte mich laut:

Elle: So ein Scheiß. Jetzt ist der schon aus. Ich wollt doch noch xy. Ich hab echt keinen Bock mehr.

Mann: Ja dann fahr ihn doch wieder hoch.

Elle: Das dauert so lang.

Mann: Soll ich ihn hochfahren?

Ja sagte ich dem Mann und wollte mal sehen, ob Mr.-Mach-Den-Laptop-Aus das gute Stück schneller hochgefahren bekommt als ich. Der Mann stand auf, kam an meinen Platz, nahm den Laptop, hob ihn hoch und machte Propellergeräusche. Ich bat ihn, ihn wieder runterzufahren und kümmerte mich selber.