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	<title>Journelle</title>
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		<title>Sammelmappe Köln</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 15:18:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Journelle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Statt eines langen Textes über mein Karnevals-Wochenende ohne Mann und Kinder in Köln, lieber ein paar instagram Fotos und Long-Tweets. Irgendwie trifft es das besser. Es ist absurd, dass die ganzen Kölner Karnevals Lieder von &#8216;sonschingk&#8217; (Sonnenschein) singen. In Köln &#8230; <a href="http://www.journelle.de/807/sammelmappe-koln/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Statt eines langen Textes über mein Karnevals-Wochenende ohne Mann und Kinder in Köln, lieber ein paar instagram Fotos und Long-Tweets. Irgendwie trifft es das besser.</p>
<p><a href="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/cc39ebea596e11e19e4a12313813ffc0_7.jpg"><img src="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/cc39ebea596e11e19e4a12313813ffc0_7-300x300.jpg" alt="" title="Ankunft Köln" width="300" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-824" /></a></p>
<p>Es ist absurd, dass die ganzen Kölner Karnevals Lieder von &#8216;sonschingk&#8217; (Sonnenschein) singen. In Köln ist es relativ warm (zum Beispiel im Gegensatz zu Hamburg oder Berlin) aber es scheint selten die Sonne und wenn, ist es ein matter Schein, nicht diese klare, kühle Sonne, die ich aus Hamburg kenne.</p>
<p>Köln ist so schmuddelig. Wahrscheinlich muss man das für die fröhliche Anarchie in Kauf nehmen. </p>
<p>Apropos Anarchie: ich wurde Zeugin wie eine Mutter eilig mit ihrer kleinen Tochter eine rote Ampel überquerte. Bei rot! Mit einem kleinen Kind!</p>
<p>Nach 6,5 Jahren in Hamburg hat mich fast der Schlag getroffen. Beinahe hätte ich mich vor Mutter und Tochter geworfen. Ferner habe ich darüber nachgedacht, hinter ihnen herzulaufen und ihnen eine Standpauke über korrektes Verhalten bei Ampelübergängen zu halten.</p>
<p>Ich habe mich stattdessen angepasst und bin direkt bei rot hinterher. </p>
<p><a href="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/8d0fe1fe59ff11e180c9123138016265_7.jpg"><img src="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/8d0fe1fe59ff11e180c9123138016265_7-300x300.jpg" alt="" title="Hotel im Wasserturm innen" width="300" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-826" /></a></p>
<p>Das <a href="http://www.hotel-im-wasserturm.de/">Hotel im Wasserturm</a> hat mir gut gefallen, sehr unaufgeregt luxuriös. Gut, der zweite Fahrstuhl hätte schon funktionieren können.</p>
<p>Obwohl ich allein reisend war, hat man mir beim Frühstück immer einen schönen Platz angeboten. Und dann habe ich einem jungen, attraktiven Russen, der mir gegenüber saß, gezeigt, wie viel eine einzige Frau zum Frühstück essen kann.</p>
<p>Frühstück 1. Teil<br />
<a href="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/8c0bdb4a5a0011e19896123138142014_7.jpg"><img src="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/8c0bdb4a5a0011e19896123138142014_7-300x300.jpg" alt="" title="Frühstück 1. Teil" width="300" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-827" /></a></p>
<p>Frühstück 2. Teil (man beachte den Bacon auf Ananas)<br />
<a href="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/b53e7b1a5a0211e1abb01231381b65e3_7.jpg"><img src="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/b53e7b1a5a0211e1abb01231381b65e3_7-300x300.jpg" alt="" title="Frühstück 2. Teil" width="300" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-828" /></a></p>
<p>Frühstück 3. Teil<br />
<a href="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/6c59b9985a0511e18bb812313804a181_7.jpg"><img src="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/6c59b9985a0511e18bb812313804a181_7-300x300.jpg" alt="" title="Frühstück 3. Teil" width="300" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-829" /></a></p>
<p>Die Freiheit meinen Tag selbst gestalten zu können war sehr befremdlich und führte dazu, dass ich gleichzeitig versuchte fern zu sehen, Musik zu hören, die Geo Epoche zu lesen, zu twittern und meine Nägel zu feilen. Das Resultat war eine völlige Überdrehtheit, der ich mit Schwimmbadbesuchen Einhalt gewähren wollte.</p>
<p><a href="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/c4b7d834599e11e1b9f1123138140926_7.jpg"><img src="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/c4b7d834599e11e1b9f1123138140926_7-300x300.jpg" alt="" title="Agrippabad" width="300" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-830" /></a></p>
<p>Bahnenschwimmen im Agrippa-Bad. Während ich mich beim Laufen fast zu Tode langweile, stört mich die Monotonie beim schwimmen überhaupt nicht. Es scheint mich geradezu zu beruhigen meinen Kopf unter Wasser zu tauchen.</p>
<p>Kaum war ich aufgetaucht, blickte ich zu einem älteren Herren mit einem hautfarbenen Stringtanga. Kein ästehtisches Highlight aber immerhin ein Beweis für ein sehr hohes Maß an Toleranz selbst in öffentlichen Kölner Schwimmbädern. Naja, und in der Sauna, die ich anschließend besuchte, konnte mich dann auch nichts mehr schockieren.</p>
<p><a href="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/85a56312597d11e18bb812313804a181_7.jpg"><img src="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/85a56312597d11e18bb812313804a181_7-300x300.jpg" alt="" title="Saufbalkon" width="300" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-833" /></a></p>
<p>Um zu verhindern, dass ich mich an zuviel Schlaf gewöhne, weckten mich in meiner ersten Nacht die Idioten unter meinem Zimmer indem sie um 5 Uhr &#8211; wohl nach ihrer Rückkehr von einer Party &#8211; an ihre eigenen Fensterscheiben schlugen. Einer von den Herren hatte wohl wieder leere Flaschen auf den Balkon gestellt und seine Kumpels fanden es witzig ihn auszuschließen.</p>
<p><a href="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/d8baa0565a2411e19896123138142014_71.jpg"><img src="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/d8baa0565a2411e19896123138142014_71-300x300.jpg" alt="" title="Schildergasse" width="300" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-836" /></a></p>
<p>Die Schildergasse &#8211; in der ich mir sehr bunte T-Shirts kaufte, die in Hamburg sicher noch hohe Wellen schlagen werden &#8211; ist ein Prachtbeispiel dafür, dass Köln kein städtebauliches Kleinod ist, egal ob mit oder ohne Kostüm.</p>
<p>Aber man verknallt sich ja auch nicht immer in den schönsten, klügsten, und witzigsten Typen, sondern in den Typen, den man selbst am schönsten, klügsten und witzigsten findet.</p>
<p>Es gab sehr gute und schöne Gründe, weshalb aus mir und Köln nichts wurde und wahrscheinlich haben wir auch nicht so gut zusammen gepasst aber wenn ich da bin, werde ich nostalgisch und mir schießen selbst beim Anblick der Stadtbibliothek Tränen in die Augen.</p>
<p>Übrigens hat mich Köln auch immer sehr gemocht. Hamburg gibt mir oft das Gefühl zu laut und vulgär zu sein und flirtet nur bedingt mit mir, aber Köln kommt auf mich zu und sagt: Komm bei misch bei Mädsche! </p>
<p><a href="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/8734345a5a9111e1abb01231381b65e3_7.jpg"><img src="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/8734345a5a9111e1abb01231381b65e3_7-300x300.jpg" alt="" title="Karnevalsparty" width="300" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-837" /></a></p>
<p>Apropos laut und vulgär. Ja, auf einer Karnevalsparty tragen Menschen mehr oder weniger peinliche Kostüme, Alkohol &#8211; falls man das wässrige Kölsch als Alkohol bezeichnen kann &#8211; ist im Spiel, es wird geflirtet, man tanzt ausgelassen zu Mundartschlagern (Kölsches Liedgut) und feiert extatisch ein idealisiertes Lebensgefühl.</p>
<p>Das macht Spaß, tut keinem weh und am Aschermittwoch ist alles vorbei. Für mich sind das überzeugende Partyargumente.</p>
<p><a href="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/0219042c5a3b11e1b9f1123138140926_7.jpg"><img src="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/0219042c5a3b11e1b9f1123138140926_7-300x300.jpg" alt="" title="Karnevalsoutfit" width="300" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-840" /></a></p>
<p>Beeindruckt hat mich meine Selbstreferentialität. Mit 33 Tweets habe ich mein Quartalssoll an einem Wochenende erfüllt. Bei Instagram habe ich ständig Fotos von mir vor und nach dem Essen, vor und nach der Party eingestellt und auch sonst alles fotografiert, was sich mir vor die Linse drängte. Ich habe über tausend Blogtexte nachgedacht, aber keinen Gedanken wirklich zuende geführt. Auch wenn es auch mal wieder Spaß machte, ist dieses Schmoren im eigenen Saft auch sehr anstrengend und wenig produktiv.</p>
<p>Als ich wieder zu Hause war und mit dem Mann auf dem Sofa lag, war es ein schönes Gefühl wieder eine direkte Interaktion mit jemandem vertautem zu haben und zu merken, dass der Mann an genau den gleichen Stellen auflacht wie ich und sei es nur, weil eine Tabelle im Fernsehen absurd aussieht.</p>
<p><a href="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/d3db51ec5ae311e19896123138142014_7.jpg"><img src="http://www.journelle.de/wp-content/uploads/2012/02/d3db51ec5ae311e19896123138142014_7-300x300.jpg" alt="" title="Goodbye Köln ersteinmal" width="300" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-842" /></a></p>
<p>Man soll gehen, wenn es am schönsten ist und das habe ich Sonntag Mittag dann auch gemacht. Nicht ohne vorher ein Olchi-Furzkissen und ein Hello-Kitty-Telefon für die Kinder zu kaufen. Etwas Niveau musste an diesem Wochenende schließlich sein.</p>
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		<title>Aus der Norm wurde noch kein Held geboren</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 20:15:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Journelle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Helden in Computerspielen, Filmen oder Serien haben immer besondere Stärken aber auch spezielle Schwächen. Früher habe ich mich immer gefragt, warum es keinen Superhelden ohne Schwächen gibt. Mal abgesehen davon, dass das Spiel wohl ziemlich langweilig würde, ist es einfach &#8230; <a href="http://www.journelle.de/774/aus-der-norm-wurde-noch-kein-held-geboren/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Helden in Computerspielen, Filmen oder Serien haben immer besondere Stärken aber auch spezielle Schwächen. Früher habe ich mich immer gefragt, warum es keinen Superhelden ohne Schwächen gibt.</p>
<p>Mal abgesehen davon, dass das Spiel wohl ziemlich langweilig würde, ist es einfach nicht realistisch. Wer das eine will, muss das andere mögen. </p>
<p>Ich kann beispielsweise in einer unglaublichen Geschwindigkeit abspülen. Dabei gehen zwar ein paar Teller kaputt oder werden nicht lupenrein sauber, aber im Zweifelsfall steigt man auf Plastik um und so ein kleiner Restkaffeerand hat noch niemandem geschadet. </p>
<p>In jedem Fall halte ich mich nicht lange mit dem Spülen auf und habe schnell Zeit mich andern Leidenschaften zu widmen, wie zum Beispiel dem Wäsche waschen.</p>
<p>Dieses Talent, das es mir ermöglicht, in Lichtgeschwindigkeit Hausarbeiten zu erledigen, hält mich auf der anderen Seite davon ab, irgendwo auf der Welt Bomben zu entschärfen. Ich würde mit meiner Husch-Husch-Mentalität sowohl doppelt so viele Bomben entschärfen als auch zehn Mal so viele Menschen versehentlich töten wie ein Koryphäe auf diesem Gebiet.</p>
<p>Es hat lange gebraucht, zu verstehen und einzusehen, dass ich für bestimmte Dinge nicht geeignet bin. Auf dem Weg zu dieser Erkenntnis habe ich viele Stunden meines Lebens in Yoga-Kursen vergeudet, von denen ich mir erhoffte, dass ich dort meine innere Ruhe finde und endlich die Fähigkeit erlerne, Dinge langsam zu tun.</p>
<p>Aber es gibt keine innere Ruhe für mich. Ich hasse Langsamkeit, Stillstand und Langeweile.  Da können mir noch so viele Menschen von inspirirenden und lebensverändernden Aufenthalten in süddeutschen Schweigeklöstern, Tibet oder Indien erzählen. </p>
<p>Ich bin glücklich, wenn möglichst viele Reize um mich herum sind. Das ändert nichts daran, dass ich ruhige und ausgeglichene Personen sehr bewundere. Aber ich werde sie niemals nachahmen können. Und das ist auch gut so, denn es kommt ja nicht darauf an, dass jeder das Gleiche kann, sondern, dass jeder ein Talent oder eine Fähigkeit hat, die er mehr oder weniger für sich und/oder die Gemeinschaft nutzen kann.</p>
<p>Das Tragische ist, dass Abweichungen von der Norm immer weniger gewünscht sind.</p>
<p>In der Bunten gibt es eine Rubrik &#8216;Auf der Bunte-Waage&#8217;. Darin werden sowohl die Personen &#8211; meist Frauen &#8211; gebashed, die zu viel zugenommen haben, als auch die, die angeblich zu dünn sind. Es gibt nur eine ganz schmale Linie der für gut befundenen Figuren.</p>
<p>Genauso verhält es sich bei den Wunschcharakteren. Eltern werden panisch, sobald ihr Kind zu wild oder zu zurückhaltend ist. Alles wird gleich pathologisiert und tragischerweise gern vermeintlich einfach durch Medikamente gelöst.</p>
<p>Ich kenne die Ängste sehr gut und könnte gleichwohl oder gerade deshalb ohne Ende kotzen.</p>
<p>Mir geht es nicht darum, Ritalin zu verteufeln, ich denke, es hilft tatsächlich vielen Menschen. Ich finde es vielmehr beängstigend, wie viele Menschen glauben, dass ihre Lebhaftigkeit oder die Lebhaftigkeit ihrer Kinder ein Problem ist (man kann Lebhaftigkeit übrigens genauso gut durch Versponnenheit, Schüchternheit, Introvertiertheit, Wildheit, oder Ängstlichkeit ersetzen).</p>
<p>Ich habe das Gefühl, dass in unserer demokratischen und liberalen Gesellschaft eine unglaubliche Angst vor der Abweichung von der Norm besteht, die mit einem vorauseilenden Gehorsam einhergeht. Wer alles darf, muss sich wohl selbst rigorose Grenzen setzen.</p>
<p>Eine Norm im Übrigen, die nie richtig definiert wurde, aber irgendwo zwischen, nicht zu laut und nicht zu leise und bitte intelligent aber unter keinen Umständen aufmüpfig, liegt.</p>
<p>Das Absurde daran ist, dass die Abweichung von der Norm in der Menschheitsentwicklung immer von unglaublichem Wert war. Das fängt bei der Evolution an und zieht sich durch bis zu alle großen Veränderungen in der Menschheitsgeschichte. </p>
<p>Also anstatt eigenwilliges Verhalten in Krankheitsbilder einzusortieren und panisch vom Ende der Disziplin/des Abendlandes/der Zivilisation zu sprechen, ist es für alle Beteiligten sicherlich viel entspannter, wenn nicht die Norm, sondern die Individualität das Maß der Dinge ist. </p>
<p>Und somit sehe ich es zumindest als einen Anfang, zu akzeptieren, dass Yoga und ich nie Freunde werden und meine Glückseligkeit darin liegt, überall hektisch meine knubbelige Nase reinzustecken.</p>
<p>Spiderman nutzt seine Spinnenfäden und versucht nicht, sich Supermans Cape überzuziehen und Damagewoman verjagt Einbrecher durch versehentlich und am falschen Ende gezündete Tischfeuerwerke.</p>
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		<title>Welche Blogs ich lese und warum: Kluge Blogs</title>
		<link>http://www.journelle.de/753/welche-blogs-ich-lese-und-warum-kluge-blogs/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 20:10:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Journelle</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journal]]></category>
		<category><![CDATA[Antje Schrupp]]></category>
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		<category><![CDATA[Lukas Heinser]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich halte eigentlich alle Blogger, die ich gern lese für kluge Menschen, daher ist meine Wortwahl wohl etwas misslungen. Da ich aus der Nummer aber ohnehin nicht mehr elegant rauskomme, belasse ich es dabei und konzentriere mich auf die zwei &#8230; <a href="http://www.journelle.de/753/welche-blogs-ich-lese-und-warum-kluge-blogs/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich halte eigentlich alle Blogger, die ich gern lese für kluge Menschen, daher ist meine Wortwahl wohl etwas misslungen. Da ich aus der Nummer aber ohnehin nicht mehr elegant rauskomme, belasse ich es dabei und konzentriere mich auf die zwei Blogs, von denen ich in diesem Zusammenhang besonders schwärmen möchte.</p>
<p>Auf das <a href="http://antjeschrupp.com/">Blog von Antje Schrupp</a> stieß ich vor circa 1,5 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt glaubte ich, mit dem Feminsmus und den diversen Gender-Gedöns abgeschlossenen zu haben. </p>
<p>Das waren Sachen aus dem Studium, die für mein aktuelles Dasein keine Relevanz hatten. Ich hatte Mann, Kinder, einen Job und irgendwie ein ganz schickes Leben, wofür sollte ich mich mit Emanzipation, Geschlechterdefintion und feministischen Theorien auseinandersetzten? </p>
<p>- Weil es wahnsinnig spannend und nach wie vor wichtig ist.</p>
<p>Wer in Frau Schrupps Blog mal gestöbert hat, wird feststellen, wie interessant, relevant und vor allem vielseitig das Thema ist. Darüber hinaus mag ich ihren menschenfreundlichen Ansatz.</p>
<p>Es geht ihr nicht um Ausgrenzung oder Differenzierung, sondern mir scheint, dass ihr gerade die Vereinbarkeit von Männlichkeit und Weiblichkeit, von Familie und Beruf, von Theorie und Praxis, von Profanem und Sakralem oder von Digitalem und Realem ein besonderes Anliegen ist.</p>
<p>Ich freue mich jedes Mal über die Leichtigkeit mit der sie die extrem komplexen Themen angeht und sie in ihren Texten so runterbricht, dass sie leicht verständlich und vor allem unterhaltsam sind. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man am ehesten die Welt ändern oder verbessern kann, wenn man die Menschen dort abholt wo sie sind und nicht durch Zwang und Angst in die gewünschte Ecke treibt.</p>
<p>Ein wenig beängstigend finde ich indessen, dass Frau Schrupps Texte regelmäßig Anker in meinen Kopf setzen. Wenn meine Kinder krank sind, muss ich immer an den letzten Satz in <a href="http://antjeschrupp.com/2010/11/26/das-mamma-dilemma/">diesem Text</a> denken, vor allem weil ich nur schwer Arbeit und kranke Kinder verbinden kann.</p>
<p>Und auch der Text über den Tod von <a href="http://antjeschrupp.com/2011/12/23/tod-einer-konigin/">Cesaria Evora </a> hallt mir immer wieder durch den Kopf und flüstert mir ins Ohr, doch mal etwas königinnenhafte Souveränität auszustrahlen.</p>
<p>Antje Schrupps Texte sind nachhaltig, über <a href="http://antjeschrupp.com/2011/10/25/das-geborensein-denken/">diese Buchrezension</a> zum Thema Geborensein habe ich nicht nur viel nachgedacht, sondern ich hatte beim Lesen einen dieser Aha-Effekte. Schließlich war ich bis dahin auch eher der Meinung gewesen, dass Kinderaustragen ein notwendiges Übel ist.</p>
<p>Überhaupt bin ich ein großer Freund von Antje Schrupps Buchrezensionen. Ganz einfach, weil ich die Bücher nicht lesen würde, aus Zeitmangel aber auch aus Faulheit und zuweilen Desinteresse. </p>
<p>Umso mehr freue ich mich darüber, dass sich jemand die Mühe macht, die Quintessenz herauszuarbeiten und mich in manchen Fällen dann sogar doch noch dazu bewegt, eine Bücherbestellung zu tätigen.</p>
<p>Sehr empfehlenswert ist übrigens auch Antje Schrupps Zweitblog <a href="Über Liebe und Freiheit. Eine Sammlung">Über Liebe und Freiheit. Eine Sammlung</a>.</p>
<p>In der Schule gab es so &#8220;Meine Besten Freunde&#8221; Bücher. Darin sollte man aufschreiben, welche Filme, Bücher, Lieder man besonders gern mochte. Je nach dem wer gerade Objekt meiner Euphorie war, schrieb ich dann gern Dinge wie &#8220;Alles von Madonna&#8221; oder &#8220;Alle Filme mit Keanu Reeves&#8221; oder &#8220;Alles von John Irving&#8221;.</p>
<p>Und würde ich heute nach meinem Lieblingsblog gefragt, würde ich wohl unter anderem schreiben: alles von <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/">Stefan Niggemeier</a>. Und das ist viel, man findet ihn unter anderem <a href="http://www.bildblog.de/">hier</a>, <a href="http://oslog.tv/">hier</a> oder auch <a href="http://www.fernsehlexikon.de/">hier</a>.</p>
<p>Besonders eigenwillig ist meine Begeisterung für Stefan Niggemeier sicherlich nicht, zählt der Gründer und Herausgeber des <a href="http://www.bildblog.de/">BILDblogs</a> doch zu den bekanntesten und verehrtesten Bloggern von dem selbst einige meiner webfremden Freunde und Bekannten mal was gehört oder zumindestens was (gedrucktes) gelesen haben. </p>
<p>Der ausgesprochen <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/search/flausch/">flauschige</a> und freundliche Herr Niggemeier wirkt zunächst als könnte er keiner Fliege etwas zuleide tun. Wahrscheinlich tötet er auch keine Fliegen, was ihn aber nicht davon abhält, ganz höflich und respektvoll und in wunderbar gepflegter Sprache die Dummheiten von einzelnen <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/eva-herman-vermutet-gott-hinter-massenpanik/">Menschen</a>, <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/neues-von-den-schlaf-und-skandalbehoerden/">Sendern und Medienanstalten</a> oder <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/grenzt-ein-bisschen-an-nestbeschmutzung/">Themenheften der Zeit</a> zu sezieren.</p>
<p>Ganz besonders entzückt bin ich immer wieder davon, wie er mit einfachsten Mitteln, die Absurdität der Dinge aufzeigt. Zum Beispiel reicht die Transkription der <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/bushido-spricht-klartext/">Bushido-Dankesrede</a> völlig aus, um die tiefe Idiotie dieses Menschen zu offenbaren. </p>
<p>Und die Tabellen erst. Herr Niggemeier ist das Gegenteil eines Zauberers. Er fasst und schreibt gründlich die Fakten zusammen und verblüfft dann mit den logischen <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/page/22/">Schlussfolgerungen</a> viel mehr, als man es mit einem Taschenspielertrick könnte.</p>
<p>Naja und dann gibt es ja auch noch das Os-/Dus- und hoffentlich auch bald Bakulog, das Niggemeier zusammen <a href="http://www.coffeeandtv.de/">Lukas Heinser</a> macht. </p>
<p>Der Mann und ich haben uns jeden Abend darauf gefreut, es im Bett zusammen zu gucken. Ständig sind die Kinder aufgewacht, weil einer von uns laut losgelacht hat. Wegen der Kinder hören wir auch nach wie vor <a href="http://www.youtube.com/watch?v=kXFGFCRV3z0">Rockefeller Street</a> und noch mehr als ein Jahr später sehe ich vor meinem inneren Auge Lukas Heinser wild Fähnchen schwingend durch das Pressezentrum hopsen. </p>
<p>Irgendwie scheint es also egal zu sein, was Herr Niggemeier macht, es wird alles Gold oder zumindest gute und kluge Unterhaltung.</p>
<p>Weiter geht es dann in ein, zwei, drei Tagen, Wochen oder Monaten mit der nächsten Kategorie “Haben auch Kinder”.</p>
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		<title>Ich spiele nicht mit Kleidung</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 22:47:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Journelle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei Gesprächen über dramatische Familiengeschichten oder tragische Kindheiten werde ich immer ungewöhnlich still. Ich kann zu dem Thema nichts beitragen. Meine Familie ist zwar etwas eigenwillig aber im Grunde ein lauter und freundlicher Haufen mit fröhlich-cholerischen Sprengseln. Es gibt nur &#8230; <a href="http://www.journelle.de/741/ich-spiele-nicht-mit-kleidung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei Gesprächen über dramatische Familiengeschichten oder tragische Kindheiten werde ich immer ungewöhnlich still. </p>
<p>Ich kann zu dem Thema nichts beitragen. Meine Familie ist zwar etwas eigenwillig aber im Grunde ein lauter und freundlicher Haufen mit fröhlich-cholerischen Sprengseln. Es gibt nur eine einzige Sache, bei der ich wirklich rebelliert habe und anders geworden bin als meine Mutter: ich bin ein Kleidungsspießer.</p>
<p>Noch heute erwische ich meine Mutter ab und an, wie sie mich verblüfft und traurig anschaut und dabei wahrscheinlich denkt: &#8220;Warum trägt mein Kind nur so unglaublich langweilige Klamotten?&#8221;</p>
<p>Manchmal möchte ich mich dann mit einer Tasse Kaffee neben sie setzen und ihr sagen, dass sie nichts dafür kann, dass ich den Weg der spießigen Kleidung einfach gehen musste.</p>
<p>Anfang der 80er Jahre wurde ich eingeschult und viele Frauen trugen in New York, Paris und London eigenwillige Kleidung. Das galt aber nicht für eine kleine Ortschaft in der Voreifel.</p>
<p>Meine Mutter ging zu dieser Zeit mit besonderer Vorliebe auf Flohmärkte und kaufte dort alte Kleider. Das kleine Ankleidezimmer war vollgestopft mit Kleidern aus den 30er, 40er und 50er Jahren. </p>
<p>Zugegebenermaßen waren sie rückblickend sehr schön und vor allem äußerst vorteilhaft geschnitten. Außerdem hatten sie einen sehr eigenen, schönen Duft, nicht nach Mottenkugeln oder muffig wie es heute in Second-Hand-Läden riecht, sondern eher wie ein sonnendurchfluteter frisch gebohnerter Hausflur.</p>
<p>Die Mütter meiner Freundinnen trugen Hosen und T-Shirts. </p>
<p>Ich habe meine Mutter nie in der Öffentlichkeit in Hosen gesehen, nur zu Hause trägt sie bei der Hausarbeit Leggings und T-Shirt. Ihr Kleiderschrank könnte es mit dem von Imelda Marcos aufnehmen, aber ich würde eines meiner Kinder darauf verwetten, dass niemand darin eine Jeans finden würde.</p>
<p>Wie dem auch sei, ich hätte es toll gefunden, wenn meine Mutter Jeans getragen hätte oder wenigstens einen BH unter dem Kleid.</p>
<p>Überhaupt Unterwäsche. Wenn meine Mutter uns besucht, legt sie immer unsere Wäsche zusammen. Zuweilen wasche ich vorher extra viel, weil sie die Sachen so ordentlich faltet und weil es für mich ein wenig wie Urlaub ist, wenn sie das übernimmt. Heimlich beobachte ich sie dann immer wie sie den Kopf schüttelt, wenn sie meine weißen Baumwollschlüpfer zusammenlegt. </p>
<p>Ich bin durchaus im Besitz schöner Unterwäsche, aber ich mag meine weißen, warmen, gut sitzenden Schlüppis. Mir wird es nie in den Kopf gehen, warum man sich freiwillig einen String kaufen kann. Würde man die Logik des Strings auf eine Brille anwenden, würden die Bügel so geformt sein, dass sie in die Ohrmuschel stechen. </p>
<p>Wenn meine Mutter also im Unterwäscheberg eine schwarze oder rote hübsche Unterhose entdeckt und feststellt, dass wenigstens meine BHs allgemeinen ästhetischen Standards entsprechen, merke ich immer wie sie tief durchatmet und etwas entspannt. Das ist dann immer der Moment in der ihre Hoffnung aufkeimt, dass ich doch einen modebewussten Kern haben könnte. Ich möchte ihr diese Illusion nur ungern nehmen.</p>
<p>Zum Ende meiner Grundschulzeit zogen wir ins Niederrheinische. In ein 1000-Seelendorf mit der letzten Tankstelle vor der holländischen Grenze. Meine Mutter organisierte den Umbau unseres Hauses und stellte sich den Nachbarn vor. </p>
<p>Zu diesem Zeitpunkt trug meine Mutter ihre Lockenpracht in gepflegtem Lila. Ferner war sie von den alten Kleidern umgestiegen auf enge Oberteile und exaltierte Röcke.</p>
<p>Die Nachbarn waren irritiert und pressten das was sie sahen in ihre Realität. So wurde sich im Dorf erzählt, dass der Herr Doktor seine Frau verlassen hätte und nun mit einem Punk ins neue Haus ziehen würde.</p>
<p>Bis dahin hatten meine Mutter und ich einen relativ entspannten Weg gefunden, unsere Kleidungsgeschmäcker miteinander zu verbinden. Bis in die Grundschule hinein nähte sie mir schöne altmodisch wirkende Kleider oder kaufte alte franzöische Leinennachthemden, die sie für mich kürzte. Ich sah also oft aus, wie aus einem impressionistischen Gemälde, fand das aber auch selbst sehr schön. </p>
<p>Natürlich trug ich auch Hosen und Shirts wie meine Freunde, nur bei Overalls (zu moppelig, also ich, nicht der Overall) und Clogs (zu gefährlich) legte sie ihr Veto ein.</p>
<p>Mit der Pubertät und dem ländlichen Umfeld wurde das immer schwerer. Auf dem Gymnasium trugen meine Freunde Markenklamotten von Mexx, Esprit und Benetton. Allein aus politischen Gründen &#8211; die großen Ketten machen die kleinen Läden kaputt &#8211; und weil die Klamotten spießig sind, wurde dort nicht eingekauft. </p>
<p>Glücklicherweise machte zu diesem Zeitpunkt eine der ersten Filialen von H&#038;M in Köln auf. Ohne H&#038;M wäre meine Pubertät die Hölle gewesen. Denn dort durfte ich einkaufen. Hier wurden politische Gründe ausgesetzt, denn H&#038;M war günstig. </p>
<p>Wahrscheinlich aufgrund ihrer protestantischen Herkunft kann meine Mutter ihre Sammelwut für Kleidung nur in Verbindung mit einer ebenso großen Leidenschaft für Sonderangebote ausleben. </p>
<p>Zu meinem 12. Geburtstag schenkte mir meine Mutter endlich ein heißersehntes Bustier. Wahrscheinlich waren eher die Brüste heißersehnt aber so lange die auf sie warten ließen, musste halt ein Bustier her.</p>
<p>Das Bustier das ich auspackte, war lila und rosa gestreift. Dazu gab es eine passende Unterhose und eine passende Leggings.</p>
<p>Ich rang um Fassung und fragte meine Mutter, ob sie diesen Scheiß wieder im Ausverkauf gekauft hätte. Als sie bejahte, brach ich heulend zusammen. Noch heute kaufe ich sehr ungern Sonderangebote und nur die adrett herausgeputzten Outletcenter lassen auch mich auf Schnäppchenjagd gehen. </p>
<p>(Meiner Meinung nach war meine Mutter der Ausschlag dafür, dass sich nur 15 km vom Haus meiner Eltern entfernt, ein riesiges Outletcenter angesiedelt hat.)</p>
<p>Abgesehen von H&#038;M nahm mich meine Mutter auch in ihre Läden mit. So kaufte ich unter anderem (mit 14 Jahren) in einem Geschäft ein, dessen Hauptkundschaft aus Prostituierten bestand. Ich fand dort &#8211; selbstverständlich heruntergesetzt &#8211; eine schöne Jeans und ein T-Shirt mit Pailetten.</p>
<p>Mit den Jahren änderte sich der Stil meiner Mutter leicht. Die Haare wurden Henna-Rot und die Kleidung &#8220;eleganter&#8221;. Für Außenstehenden sind das Feinheiten, für mich waren es Meilensteine. Langsam fand ich die Kleidung meiner Mutter besser. </p>
<p>Ich trug weiterhin gern Jeans und mein Taschengeld zu Benetton und Esprit. Meine Mutter hielt sich zurück, konnte aber manchmal nicht mit ansehen, dass ich meine hübsche jugendliche Figur mit unvorteilhafter Kleidung verschandelte. </p>
<p>Ab und an versuchte sie mir Kleider und Röcke schmackhaft zu machen. Dafür kaufte sie mir dann runtergesetzte Designerkleidung, die ich in meiner Markenaffinität nur schwer zurückweisen konnte. Der Versace-Rock war damit eine Win-Win-Situation für uns beide.</p>
<p>Oder sie jubelte mir Accessoires unter. Bei Schuhen, Taschen oder Schmuck werde ich hemmungslos. Da sind mir auch Farben wie Giftgrün oder Orange egal. </p>
<p>Aggressiv wurde ich nur, wenn meine Mutter anfing an mir rumzuzuppeln. </p>
<p>Meine Mutter liebt es, an ihrer Kleidung rumzumodulieren. Beherzt nimmt sie eine Schere, um sich den Ausschnitt zurecht zu schneiden. Die Füße der Strumpfhosen &#8211; gern grün, lila, wild gemustert, halt alles was der Wolford-Ausverkauf so hergibt &#8211; werden grundsätzlich abgeschnitten weil sie stören und die Strumpfhosen so länger halten. </p>
<p>Oder sie trägt mehrere Lagen Röcke, die sie dann, mittels komplexer Konstruktionen, auf verschiedenen Höhen rafft. Die Röcke von Cancan-Tänzerinnen sind dageben vorevolutionär.</p>
<p>Wenn sie an mir rumfingerte, um meine Kleidung auch zu raffen oder zu schneiden, habe ich mich auf den Boden geschmissen und so laut geschrien, bis mein sehr adrett und zurückhaltend gekleideter Vater oder mein ausgleichender Bruder mir zur Hilfe gekommen sind. </p>
<p>Zugegebernmaßen hat mir das Wissen meiner Mutter geholfen, wenn ich Karnevalskostüme für mich geschnitten, getackert und mit der Heißklebepistole bearbeitet habe. </p>
<p>Mit dem Auszug und dem Ende der Pubertät hatte sich meine Mutter möglicherweise erhofft, dass ich doch noch den Weg zu etwas extravaganterer Kleidung finde. </p>
<p>Mein Weg war ein anderer, ich zog nach Hamburg und falle dort allein schon dadurch auf, dass ich gelbe Schuhe, farbstarke Taschen und keine dunkelblauen engen Hosen trage.</p>
<p>Und ihr bleibt die Hoffnung auf die nächste Generation. Vielleicht kann sie in 13 Jahren die Kleider meiner Tochter raffen und sie zu gelb-grünen Leggings überreden.</p>
<p>Bis dahin hoffe ich, dass sie mir bald wieder ein schönes Paar Schuhe aus dem Ausverkauf mitbringt, gern von Prada oder Miu Miu.</p>
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		<title>Welche Blogs ich lese und warum: Informations- und Linkhubs</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 22:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Journelle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach der Neugestaltung meines Blogs habe ich lange über meine Blogroll nachgedacht und am Ende das Konzept für mich verworfen. Die Blogroll, die ich erstellt hätte, hätte nicht mein tatsächliches Leseverhalten wiedergespiegelt. Auf meiner Blogroll stünden Blogs von Menschen, deren &#8230; <a href="http://www.journelle.de/722/welche-blogs-ich-lese-und-warum-informations-und-linkhubs/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach der <a href="http://www.journelle.de/546/aus-elle-wird-journelle/">Neugestaltung</a> meines Blogs habe ich lange über meine Blogroll nachgedacht und am Ende das Konzept für mich verworfen.</p>
<p>Die Blogroll, die ich erstellt hätte, hätte nicht mein tatsächliches Leseverhalten wiedergespiegelt.</p>
<p>Auf meiner Blogroll stünden Blogs von Menschen, deren Blogs ich schon lange kenne aber auch genauso lange nicht mehr gelesen habe, Blogs die mich in bestimmten Lebensabschnitten belgeitet haben, aber die mich aktuell nicht so sehr interessieren. </p>
<p>Es fänden sich dort Blogleichen oder Blogs in Koma, einfach weil es mir leid täte sie rauszukicken, so wie man den ganzen Tanft und Firlefanz im Haus auch vor sich hinstauben lässt. Ferner würden einige Blogs fehlen, weil es mir etwas unangenehm ist, dazu zu stehen, dass ich sie gern lese. </p>
<p>Außerdem sagt eine Blogroll meist gar nichts aus. Der Blogtitel oder dem Namen des Autors trifft nur in den seltensten Fällen den Kern des Blogs.</p>
<p>Daher habe ich beschlossen, aus meinem Feedreader die Blogs auszuwählen, die ich wirklich regelmäßig lese und sie kurz zu kommentieren. </p>
<p>In Anbetracht der Tatsache, dass mein Bruder meinen Musikgeschmack gern als Barock-Folk-Ska-Hektiker-Techno bezeichnet, sei darauf hingewiesen, dass meine Vorlieben nicht unbedingt massenkompatibel sind. </p>
<p>Außerdem schätze ich diese Blogs. Sehr. Ich werde mich also meiner Begeisterung für sie völlig kritiklos hingeben.</p>
<p>Insgesamt werden es wohl sechs Kategorien werden. Da ich mich nicht kurz fassen kann, splitte ich das Projekt. Heute:</p>
<p><strong><br />
Persönliche Link- und Informationshubs</strong></p>
<p>Ich bin faul und habe wenig Zeit. Außerdem bin ich ungeduldig und wenn ich in einem Blog mal einen Eintrag nicht mag, komme ich nicht unbedingt wieder. </p>
<p>Deshalb mag ich meine Linkhubs so gern. Ich vertraue ihnen, dass sie in den Untiefen des Internets, die Filetstücke raussuchen und Menschen wie mir, die völlig überfordert sind von der Fülle des Webs, zugängig machen.</p>
<p><a href="http://wirres.net/">Wirres.net</a> las ich schon, da war es noch ein Newsletter. Ich freute mich immer wie verrückt, wenn in meiner Mailbox diese Sammlung von Kacke-Witzen, Filmrezensionen, Familiengeschichten und Links zu irgendwelchen surrealen Websites einging. Es dauerte ziemlich lange, bis ich kapiert habe, dass es wirres.net auch als Blog gab.</p>
<p>Die tägliche und sehr unterhaltsam kommentierte Linkliste arbeite ich meist gewissenhaft ab, weil ich mir sicher sein kann, dass mich am Ende alles interessieren wird. Die undogmatische Vielseitgkeit gefällt mir besonders. Ich bin so schnell von Monothematik genervt aber hier finde ich alles von <a href="http://wirres.net/article/articleview/6082/1/6/">kackenden Hunden</a> bis <a href="http://wirres.net/article/articleview/6127/1/6/">Vorratsdatenspeicherung</a>.</p>
<p>Etwas unfair ist es allerdings schon, Felix Schwenzel nur als Internet-Trüffel-Schwein darzustellen. Denn die rührend-schönen <a href="http://wirres.net/article/articleview/5938/1/6/">Geschichten</a>, die klugen und unvorhersehbaren <a href="http://wirres.net/article/articleview/6107/1/6/">Kommentare</a> sowie die <a href="http://wirres.net/article/articleview/6107/1/6/">unprätentiösen Reflektionen übers Internet </a> und was damit zusammenhängt, sind ein mindestens genauso wichtiger Bestandteil seines Blogs.</p>
<p>Frau Fragmente hat ein <a href="http://fragmente.twoday.net/">Blog</a>, das ich sehr schätze, aber ihren <a href="https://twitter.com/#!/fragmente">Twitter Stream</a> verehre ich geradezu. Sie verlinkt die wunderschönsten Geschichten und Blogs, die das Internet zu bieten hat. </p>
<p>Besonders bewunderswert finde ich, dass sie Texte verlinkt, die oft unglaublich melancholisch, <a href="https://twitter.com/#!/fragmente/status/146966891003514880">traurig</a> oder romantisch sind, aber nie die Grenze zum unangenehmen Pathos überschreiten. </p>
<p>Ebenfalls eindrucksvoll ist ihr Händchen bei der Auswahl von Blogs (da komme ich in einer späteren Kategorie noch einmal drauf zurück), Posts oder <a href="https://twitter.com/#!/fragmente/status/138627459246592000">Artikeln</a> zum Thema Sex, auch hier wird die Linie zwischen spannend und plumb nie überschritten.</p>
<p>Die <a href="http://maedchenmannschaft.net/">Mädchenmannschaft</a> zähle ich auch zu meinen favorisierten Informationshubs. Ich würde lügen, wenn ich schriebe, dass ich jeden Artikel gleichermaßen gut finde. Im Gegenteil, nicht selten interessieren sie mich nicht oder ich schlage gar meine Hände über dem Kopf zusammen. </p>
<p>Darum geht es aber überhaupt nicht, vor allem wenn man bedenkt, dass 60% meiner Blogeinträge aus der Tatsache resultieren, dass ich mich über irgendwas aufgefregt habe. </p>
<p>Meiner Meinung nach ist das Blog der Mädchenmannschaft das einzige Blog, das derart umfassend und vielseitig über Frauenthemen und vor allem über Frauen im Internet schreibt. Besonders gefällt mir der internationale Perspektive auf Frauenthemen.</p>
<p>Über die Serie <a href="http://maedchenmannschaft.net/series/www-girls/">WWW Girls</a> bin ich auf eine Vielzahl interessanter Blogs gestoßen, die ich sonst niemals wahrgenommen hätte. </p>
<p>Und Dank der <a href="Genderissimi: Die Blogschau">Genderissimi: Die Blogschau</a> lese ich teilweise sehr interessante Artikel in Blogs, die ich &#8211; selbst wenn ich sie kennen würde &#8211; nicht regelmäßig lesen würde.</p>
<p>Weiter geht es dann in ein, zwei, drei Tagen, Wochen oder Monaten mit der nächsten Kategorie &#8220;<a href="http://www.journelle.de/753/welche-blogs-ich-lese-und-warum-kluge-blogs/">Klug</a>&#8220;.</p>
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		<title>Verdorben bis ins Schokoladentörtchen</title>
		<link>http://www.journelle.de/703/verdorben-bis-ins-schokoladentortchen/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 21:08:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Journelle</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Kimberly Snyder]]></category>
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		<category><![CDATA[Schokolade]]></category>

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		<description><![CDATA[Neulich habe ich ein kleines Experiment gemacht. Ich hatte ein paar Freundinnen mit Kindern zu Besuch. Im Laufe des Gesprächs habe ich bewusst drei Themen eingebracht. Erst lies ich beiläufig verlauten, dass ich Atheistin sei. Das Gespräch über Urlaub in &#8230; <a href="http://www.journelle.de/703/verdorben-bis-ins-schokoladentortchen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich habe ich ein kleines Experiment gemacht. Ich hatte ein paar Freundinnen mit Kindern zu Besuch. Im Laufe des Gesprächs habe ich bewusst drei Themen eingebracht.</p>
<p>Erst lies ich beiläufig verlauten, dass ich Atheistin sei. Das Gespräch über Urlaub in Dänemark wurde nicht einmal unterbrochen. Wahrscheinlich hätte ich mehr Aufmerksamkeit erregt, wenn ich gesagt hätte, dass ich gleich meine Bibel zur allgemeinen Diskussion raushole.</p>
<p>Im Verlauf des Nachmittags brachte ich das Gespräch darauf, dass ich in meiner wilden Zeit vor Ehemann und Kindern den ein oder anderen One-Night-Stand hatte, was ehrlich gesagt völlig übertrieben ist, aber für ein Experiment kann man ja auch mal die Wahrheit etwas dehnen. </p>
<p>Zwei Paar Augenbrauen wurden hochgezogen und eine Mutter sah mich etwas verträumt lächelnd an und meinte, bei ihr sei es genauso gewesen. Danach wechselte das Thema gleich wieder zu &#8220;Gute Grundschulen in Deiner Umgebung&#8221;.</p>
<p>Nach zwei Tassen Kaffee und drei Wutanfällen &#8211; die Kinder nicht die Mütter &#8211; erzählte ich, dass ich am Vorabend beim Fernsehen eine ganze Tafel Schokolade allein (!) gegessen hätte. </p>
<p>Damit hatte ich die Aufmerksamkeit aller anwesenden Damen. Schreckgeweitete Augen starrten mich an. Nachdem die erste Schockstarre vorbei war, fassten sich alle Mütter an die Bäuche und prüften, ob bei ihnen noch alles schlank sei. Dann redeten alle durcheinander und berichteten davon, wann sie das letzte Mal so viel Schokolade auf einmal gegessen hätten. </p>
<p>Bei den meisten war es während der letzten Schwangerschaft oder als Teenager. Als sie abends gingen schauten sie mir noch ein letztes Mal mitleidig auf meinen Bauch.</p>
<p>Mein kleines Experiment bewies mir, wovon ich ohnehin schon ausgegangen war. Dank der Aufklärung, der 68er, des Feminismus und wer sich sonst noch mehr oder weniger für gedankliche Freiheit zuständig fühlte, können wir heute glauben was wir wollen und Schuldgefühle und Sex stehen wenn überhaupt nur noch miteinander in Zusammenhang, wenn man fremdgeht.</p>
<p>Wirkliche Schuld empfinden wir nur noch beim Essen. </p>
<p>Sowohl bei mir selbst als auch in meinem Umfeld (digital wie analog) stelle ich die absurdesten Essgewohnheiten fest. So esse ich beispielsweise seit mehr als einem halben Jahr nur drei Mahlzeiten, wobei ich abends auf Kohlenhydrate verzichte. Ich erhoffe mir so, abzunehmen oder wenigstens mein Gewicht zu halten (funktioniert so mittel). </p>
<p>Die Frage nach meiner geistigen Gesundheit ist in Hinblick auf mein Essverhalten durchaus berechtigt. Ich tröste mich aber immer damit, dass die anderen noch verrückter sind.</p>
<p>Wie dem auch sei, ich finde Essen spannend und die Vorstellung abzunehmen &#8211; ganz einfach dabei super gesund und total natürlich &#8211; finde ich auch faszinierend (geistige Gesundheit siehe oben). </p>
<p>In letzter Zeit habe ich mich also mit <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Raw_foodism">raw foodism</a> und auch <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Detoxification_%28alternative_medicine%29">detox diets</a> beschäftigt. Außerdem habe ich, unabhängig von diesen Nahrungskonzepten, noch mal in Frage gestellt, ob wir wirklich so viel Milch- und Fleischprodukte zu uns nehmen sollen, wie wir es tun. </p>
<p>Aber jedes Mal wenn ich etwas zu Ernährungskonzepten las, hatte ich ein komisches Gefühl. So wie wenn man jemanden trifft, der total nett ist aber irgendwas stimmt mit dem nicht, man kann es nur nicht in Worte fassen.</p>
<p>Mit diesem Jemand meine ich die attraktiven und schlanken Ernährungsexperten, die zwar nicht einmal wissen, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=WLl58JdYg4M&#038;feature=share">wie man einen Kohlrabi verarbeitet </a>, aber die einem Schönheit, Schlankheit und ewige Gesundheit versprechen. Dafür muss man nur so essen, wie es im Buch steht. </p>
<p>Die Nummer kenne ich und sie ist sehr alt. Denn wenn man an Gott glaubt und sich darüber hinaus gut benimmt, kommt man ins Paradis. Mephisto ist jetzt ein Schokotörtchen, was zugegebenermaßen deutlich profaner ist als die alte Version. Auch die Buchtitel waren damals besser &#8220;1. Buch Mose&#8221; vs. &#8220;Crazy sexy diet&#8221;.</p>
<p>Genauso wie bei Glaubensdiskussionen wird auch immer gleich das große Bild gemalt. Fleisch essen ist respektlos und eine Manifestation der zerstörerischen Dominanz des Menschen. Außerdem verursacht unser Fleisch- und Fischkonsum jede erdenkliche Umweltkatastrophe (ok, in Fukushima war es das Erdbeben und der Tsunami aber trotzdem). </p>
<p>In der Steinzeit &#8211; in der wir körperlich noch leben &#8211; gab es auch nur grünes Gemüse (ja klar, Kohlrabi in der afrikanischen Steppe aus der wir alle kommen) und Nüsse. Sobald ich mir was brate, lebe ich gegen meinen Körper. </p>
<p>Nur diese oder jene Ernährungsweise kann Schönheit, Schlankheit und Gesundheit garantieren alles andere führt zur sofortigen Verfaulung aller Organe und der Haut. </p>
<p>Meine Gastmutter in den USA war sehr religiös. Wie ich im Laufe des Jahres rausfand, war sie es nicht weil sie Halt und Sinn im Glauben fand, sondern weil sie Angst hatte. Angst davor, dass sie in die Hölle kommt, wenn sie nicht an Gott glaubt. </p>
<p>Angst ist ein großartiges Mittel um Menschen Dinge tun zu lassen, die ihnen eigentlich nicht gefallen.</p>
<p>Die Angst dick zu sein, betrifft fast alle und auch nicht nur Frauen. Fett ist das Synonym für verantwortungslos, undiszipliniert, ungesund, asozial und träge. Alles Dinge vor denen wir panische Angst haben, die wir nicht sein wollen. </p>
<p>Denn über dicke Menschen wird gelacht, sie finden (angeblich) keine Partner, sie werden wahrscheinlich nie Schauspieler oder Fernsehmoderator und auch sonst sollen schöne (und) schlanke Menschen allgemein mehr Erfolg im Leben haben. </p>
<p>Absurderweise ist diese Angst vor allem auf das Gewicht bezogen. Es wird nicht gefragt, ob eine füllige oder dicke Person womöglich gesund, sportlich oder attraktiv ist, einzig zählt der BMI und die Kleidergröße.</p>
<p>Also lassen wir uns von dieser Angst leiten und denken gar nicht mehr klar. </p>
<p>Nehmen wir mal an, ich würde es mögen, wenn man mir beim Sex an den Haaren zieht. Das kann durchaus dazu führen, dass ich das ein oder andere Haar während des Aktes verliere (und dadurch entstellt werde). Das hielte mich aber nicht davon ab, es zu tun und auch sonst würde mir wohl niemand raten, ein paar Haare meinem sexuellen Genuss vorzuziehen.</p>
<p>Ganz anders beim Essen. Ein köstliches Schokotörtchen mit flüssigem Kern führt wahrscheinlich zu einem höheren Fettanteil in meinem Körper. Genau das hält mich davon ab, es zu  mir zu nehmen. Auch 90% meines Umfeldes würden mir davon abraten mit dem Hinweis auf körperliche Entstellung durch Schokogenuss.</p>
<p>Das klingt absurd, das ist absurd aber entspricht der Realität.</p>
<p>Es wird Zeit, dass ich Ernährungsatheistin werde. Da ich hungrig und mit einem Glas grünen Tee am Schreibtisch sitze, wird es wohl noch eine Weile dauern, aber wütend und genervt bin ich schon.</p>
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		<title>Nichts mit Medien oder ich bin ein digitaler Dilettant</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 23:02:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Beruflich mache ich nichts mit Medien, nicht einmal mit den neuen. Im Gegenteil, ich möchte nicht einmal was mit Medien oder mit Literatur oder Kunst machen. Also jedenfalls nicht beruflich. Neulich las ich in einem Interview mit Elisabeth Ruge und &#8230; <a href="http://www.journelle.de/672/nichts-mit-medien-oder-ich-bin-ein-digitaler-dilettant/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beruflich mache ich nichts mit Medien, nicht einmal mit den neuen. Im Gegenteil, ich möchte nicht einmal was mit Medien oder mit Literatur oder Kunst machen. Also jedenfalls nicht beruflich. </p>
<p>Neulich las ich in einem Interview mit Elisabeth Ruge und Michael Krüger in der FAS über die <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/zukunft-der-buchbranche-es-bleibt-kein-stein-auf-dem-anderen-11580780.html">Zukunft der Buchbranche</a> folgenden Absatz: </p>
<blockquote><p>Krüger: Vor vierzig Jahren, als ich anfing, war das vollkommen anders. Da gab es zwei Handvoll Leute, die vom Schreiben gelebt haben. Heute sorgen die Lesereisen, die Preis- und Stipendienstruktur dafür, dass viele seriöse Autoren einigermaßen überleben können. </p></blockquote>
<p> (via <a href="http://www.facebook.com/buddenbohmsoehne?sk=wall&#038;filter=2">Buddenbohm &#038; Söhne</a>)</p>
<p>Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Ich könnte, wenn überhaupt, auch nur einigermaßen überleben (egal ob als Journalistin oder Autorin). Ich bin einfach keine Journalistin, Autorin oder Schriftstellerin. </p>
<p>(Mir ist durchaus bewusst, dass es einen Unterschied zwischen Künstlern, Autoren, Journalisten oder Werbern gibt, aber wenn ich mir aber die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schanzenviertel">Schanzenviertel-Bevölkerung</a> anschaue, dann ist der Unterschied eher marginal. Also nehme ich mir für diesen Text heraus, ihn zu ignorieren.)</p>
<p>Während man im Berufsleben außerhalb der Medien- oder Kunstwelt einfach nur einen guten Job machen muss, um Geld und Annerkennung zu bekommen, reicht das im Medien- oder Kunstbereich nicht. Ich habe den Eindruck dort gibt es nur Top oder Praktikant. </p>
<p>Wobei die Menschen oben, dann auch eine unglaubliche Huldigung erfahren. Dafür muss man sich nur mal die Gala anschauen und sich bewusst machen, dass die Leute, deren Outfits und Liebesbeziehungen besprochen werden, vor allem die Fähgikeit haben, Texte aufzusagen.</p>
<p>Der Beruf des Schauspielers zum Beispiel ist toll und auch nicht einfach, ich weiß das, ich habe mal bei Barbara Salesch mitgemacht und war sicherlich nur bedingt überzeugend. Ich bin aber nicht minder beeindruckt von einem Menschen, der die Tricks und Kniffe des deutschen Steuersystems kennt und anderen Menschen dadurch viel Geld spart (Steuerberater).</p>
<p>Natürlich kann ich verstehen, dass man große Lust auf das unglaubliche Maß an Anerkennung und Bewunderung haben kann und deshalb diesen Job wählt, aber anscheinend hat meine Buchhalterseele ausgerechnet, dass meine Chancen auf postiven Erfolg so groß sind, wie bei einer albanischen Bande das Kügelchen unter dem Hütchen zu finden. </p>
<p>Meine Buchhalterseele hat in die Analyse meiner Erfolgschancen sicherlich auch den Faktor einbezogen, dass ich wahnsinnig langsam schreibe. Für einen Blogtext dieser Länge brauche ich 2-3 Stunden und dabei übersehe ich auch noch einen Großteil der Flüchtigkeitsfehler. </p>
<p>Ich würde also wahrscheinlich irgendwann verhungert und stinkend am Schreibtisch vom Hausmeister entdeckt werden. Das ist dann auch wenig galaesk.</p>
<p>Außerdem mag ich meine Arbeit. Ich kann einfach Dinge gut, die braucht man nicht fürs Schreiben. Ich möchte aber das Organisieren, das schnelle Finden von Lösungen, die Hektik, das Ausrechnen von Quoten, das Strukturieren von Arbeitsabläufen usw. nicht missen. </p>
<p>Meine Arbeit ist ein wenig wie verreisen. Eine Reise in ein Land das zuweilen etwas anstrengend ist, aber irgendwie auch sehr exotisch und inspirierend. Nur der Kaffee dort ist scheußlich.</p>
<p>Und dann habe ich einfach keine Lust, mir vorschreiben zu lassen, was, wie und wann ich schreiben soll. </p>
<p>Während des Studiums nahm ich an einer surrealen Exkursion nach Brasilien teil. Dort hatte ich den Eindruck dass ich zu den wenigen geistig gesunden Teilnehmern zählte. Dennoch &#8211; oder vielleicht deshalb &#8211; sprach mein Professor mehrer Tage lang nicht mit mir, weil er mit der Art meines Vortags nicht zufrieden war. </p>
<p>Ich hatte einen Indianertanz mit den Worten kommentiert: &#8220;Die Jungs laufen in die Mitte des Platzes, um dort rumzutanzen.&#8221; Das war dem Professor wohl zu flapsig.</p>
<p>Ich weiß, dass es Situationen gibt, in denen Flapsigkeit unangemessen ist, zum Beispiel wenn man mit dem Finanzamt kommuniziert aber ich schreibe (und erzähle) weil es mir Spaß macht. Sozusagen aus einem Bedürfnis heraus. Entsprechend werde ich sehr ungehalten und unglücklich wenn man mir vorschreiben will, wie ich schreiben oder erzählen soll. </p>
<p>Ich kann nur meinen Stil und somit tue ich mir und den Chefredakteuren und Verlagshäusern der Welt einen Gefallen, wenn ich einfach fern bleibe.</p>
<p>Glücklicherweise bin ich Ende des 20. Jahrunderts geboren. Das bedeutet nicht nur, dass ich &#8211; Dank moderner Medizin  &#8211; mit 12 Jahren einen Blinddarmdurchburch überlebt habe, als Frau wählen gehen darf, für meinen Atheismus nicht verbrannt werde und geheiratet wurde, obwohl ich vorehelichen Verkehr hatte, sondern auch, dass ich die Möglichkeiten des Internets nutzen kann.</p>
<p>Und das tue ich. Als digitaler <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dilettant">Dilettant</a> mit diversen künstlerischen Interessen. Ich schreibe Texte für mein Blog, teile meine Fotos auf Instagram, versuche in 140 Zeilen unterhaltsam zu sein, kommentiere Videos in denen Menschen komische Songs singen und erzähle auf Facebook, was meine Kinder gerade so machen. </p>
<p>Das macht mir vor allem Spaß, denn ich kann machen was ich will. Es gibt keine ökonomische Notwendigkeit und kein kontrollierendes Organ. Und ich bekomme zuweilen auch noch Anerkennung dafür. Es gibt Leute, die sich die Zeit nehmen das zu lesen was ich schreibe und es zum Teil sogar kommentieren oder weitere Leute darauf hinweisen. </p>
<p>Vor 40 Jahren wäre ich ziemlich frustriert gewesen, weil ich meinen Spaß am Schreiben höchstens in Briefen hätte ausleben können. Und weil ich keine seriöse Autorin bin, hätte ich vor 20 Jahren nicht einmal die Preis- und Stipendienstruktur nutzen können. Wobei ich nichts gegen ein Jahr in der <a href="http://www.villamassimo.de/de/">Villa Massimo</a> hätte, vor allem des italienischen Kaffees wegen.</p>
<p>Heute schreibe ich ins Internet, meine Einnahmen sind Zufriedenheit und die Währung ist Anerkennung.<br />
Works for me.</p>
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		<title>Internet in homöopathischen Dosen</title>
		<link>http://www.journelle.de/673/internet-in-homoopathischen-dosen/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 22:53:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Journelle</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journal]]></category>
		<category><![CDATA[alternative Heilmethoden]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Klein]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Ostheopath]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
		<category><![CDATA[Schulmedizin]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor mehr als einem Monat las ich im Forschungs-Blog den von Christoph Klein und Sascha Lobo dualgebloggten Artikel Neue Erkenntnisse aus der Analyse der frühen systemischen Krebserkrankung bzw. Steve Jobs Fehler. Es amüsiert mich immer wieder, dass ich gerade im &#8230; <a href="http://www.journelle.de/673/internet-in-homoopathischen-dosen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor mehr als einem Monat las ich im Forschungs-Blog den von <a href="http://www.biologie.uni-regensburg.de/RIGeL/Faculty/staff/KleinChristoph.html">Christoph Klein</a> und <a href="http://saschalobo.com/">Sascha Lobo</a> dualgebloggten Artikel <a href="http://www.forschungs-blog.de/neue-erkenntnisse-aus-der-analyse-der-fruhen-systemischen-krebserkrankung/">Neue Erkenntnisse aus der Analyse der frühen systemischen Krebserkrankung bzw. Steve Jobs Fehler</a>.</p>
<p>Es amüsiert mich immer wieder, dass ich gerade im Internet auf eine verhältnismäßig hohe Anzahl &#8211; mehr oder weniger fundierter &#8211; Einträge stoße, die sich kritisch mit alternativer Medizin oder alternativen Heilmethoden auseinandersetzen.</p>
<p>Dabei haben das Internt und die Alternative Medizin viel mehr gemein, als der Kügelchen-kritische-Blogger so meinen würde.</p>
<p><strong>1. Reaktion Außenstehender und allgemeine Ächtung</p>
<p>Wenn ich in meinem analogen Bekanntenkreis erzähle, was ich im Internet so mache, lese oder was mich daran so fasziniert, sind die Reaktionen oft: </p>
<blockquote><p>&#8220;Ist das nicht gefährlich?&#8221;, &#8220;Da gibt es doch nur Irre, die kein Tageslicht sehen können&#8221;, &#8220;Ich verstehe nicht, was die Leute daran finden&#8221;, &#8220;Das ist doch nicht real&#8221;, &#8220;Ich würde das meinen Kindern sofort verbieten&#8221;.</p></blockquote>
<p>Wenn ich erzähle, dass ich meine Kinder teilweise homöopathsich behandeln lasse und jeder in der Familie schon mal beim Osteopathen war, reagieren die Leute oft so: </p>
<blockquote><p>&#8220;Ist das nicht gefährlich?&#8221;, &#8220;Das sind doch alles Scharlatane, die nur Dein Geld wollen&#8221;, &#8220;Ich verstehe nicht warum man heutzutage mit der modernen Medizin einen homöopathischen Arzt aufsuchen sollte&#8221;, &#8220;Das ist doch nur eine Placebo-Behandlung&#8221;, &#8220;Ich würde das meinen Kindern niemals antun&#8221;.</p></blockquote>
<p>Kein Wunder, dass manche Eltern meine Kinder nicht mehr einladen, wenn sie wissen, dass ich mich gleich in zwei obskuren Zirkeln rumtreibe, sozusagen eine potenzierte Gefahr darstelle.</p>
<p></strong><strong>2. Konstruierte Unvereinbarkeit</strong></p>
<p>Im analogen Leben nerven am meisten die Diskussionen darüber, dass das Internet nicht mit der guten alten Kommunikation vereinbar ist. </p>
<p>Es werden Schreckensszenarien von bleichen Nerds an schmierigen Tastaturen gezeichnet, deren Ziel es ist, die Weltherrschaft an sich zu reißen und dann per Dekret zu veranlassen, dass niemand mehr seinen Computer verlassen darf. Das <em>zusammen Kaffee trinken</em> wird dann verboten und statt dessen sollen wir alle Pornostream-abhängig werden.</p>
<p>Jeder, der es wagt, die Tür des Internets aufzustoßen, stellt schnell fest, dass das absoluter Blödsinn ist. </p>
<p>Meine Twitter-Timeline besteht zu einem nicht unwesentlichen Teil daraus, dass sich Twitterer erzählen, wie toll das gemeinsame Wochenende an der See war. </p>
<p>Von den nicht unwesentlichen Zahl realer Paaren, die sich über Blogs, Twitter und was weiß ich gefunden und dann womöglich auch noch ganz in echt vermehrt haben, mag ich gar nicht erst anfangen.</p>
<p>Das Internet macht die Kommunikation nicht kaputt, es fügt ihr nur einen bedeutenden Aspekt hinzu.</p>
<p>Auch zwischen der Schulmedizin und der alternativen Medizin wird &#8211; mit der Beharrlichkeit eines Freikirchlers auf Mission in Afrika &#8211; eine Unvereinbarkeit konstruiert, die der Sache nicht gerecht wird. </p>
<p>Was spricht gegen eine zweigleisige Behandlung, vor allem wenn am Ende der Patient &#8211; und mit ihm die Krankenkassen &#8211; davon profitiert.</p>
<p>Es ist mittlerweile fast üblich, dass ein Orthopäde seine Patienten an einen Osteopathen überweist. </p>
<p>Warum die Behandlung funktioniert und inwiefern sie wissenschaftlich bewiesen ist, ist in dem Moment egal, in dem ein Bandscheibenvorfall nicht operiert (teuer und unangenehm), sondern durch die osteopathische Behandlung geheilt oder gelindert (deutlich günstiger und angenehmer) wird. </p>
<p>Absurderweise wird auch immer nur der alternativen Medizin ein dubioser oder experimenteller Status zugeordnet. </p>
<p>In meinem Leben hatte ich verhältnismäßig wenige und vor allem keine dramatischen medizinischen Behandlungen, aber dennoch gingen einige davon schief. </p>
<p>Unter anderem wurde mein Blinddarm entfernt. Dies geschah, bevor die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Appendektomie">Laparoskopie bei der Entfernung des Blinddarms</a> flächendeckend im ganzen Bundesgebiet angewendet wurde. Das Resultat ist eine 5 cm lange und 1 cm breite vertikale Narbe, die nicht von der Bauchfalte verdeckt wird. </p>
<p>Außerdem hatte die chirurgische Abteilung eines mittelgroßen rheinischen Krankenhauses nach einem Bruch meines linken Ringfingers &#8211; ich spielte als 5-jährige mit einer Blausteinstufe, die mir dann auf die Hand fiel &#8211; eine falsche Behandlung gewählt, so dass dieser Finger meiner Schreibhand seitdem dick und steif ist. </p>
<p>Die moderne Medizin bzw. unfähige oder unwissende schulmedizinische Ärzte haben mir also sowohl eine Karriere als Model als auch eine Karriere als Konzertpianistin verbaut. </p>
<p>Da auch vieles andere gegen einen Lebensweg als Model oder Konzertpianistin sprach, verstehe ich beides als unterhaltsame Anekdote. Es zeigt aber, dass auch die Schulmedizin nur so gut ist, wie die Ärzte, an die man sich wendet bzw. der Stand der Forschung.</p>
<p>Das ewige Argument der Beweisbarkeit auf dem die konstruierte Dichotomie zwischen Schulmedizin und alternativer Medizin beruht, ist doch in dem Moment hinfällig, in dem einem Menschen geholfen werden kann. Umso mehr, wenn man sich bewusst macht, wie experimentell, jung und abhänig von den Fähigkeiten des Arztes die Schulmedizin ist.</p>
<p><strong>3. Wirksamkeitsnegierung</strong></p>
<p>Seitdem das Internet nicht unwesentlich dazu beigetragen hat, dass diverse Regimes im nahen Osten gestürzt wurden, hat es endlich einen Teil seines Rufes als unwirksames Plappermedium verloren. Dennoch habe ich das Gefühl, dass das Internet nach wie vor als mediales Stief- und Schmuddelkind betrachtet wird. </p>
<p>Ich habe Freunde, die als Journalisten arbeiten, aber keinerlei Erfahrung mit Twitter, Facebook, Blogs usw. haben oder überhaupt brauchen. Wenn ich von Blogs, Tweets usw. erzähle, habe ich immer das Gefühl, dass ich wahrgenommen werde wie ein Mitglied einer Eingeborenendelegation über die man staunt, die man aber nicht ernst nimmt.  </p>
<p>Alternative Heilmethoden sind das Stief- und Schmuddelkind der Medizin. Aufgrund fehlender wissenschaftlicher Beweise &#8211; warum das so ist und ob es sich nicht lohnen würde, die allgemeine Forschungsmethodik kritisch zu hinterfragen, kann ich als Laie nicht beurteilen &#8211; werden sie in ihrer Wirksamkeit negiert*. Positive Effekte werden maximal als Placebo-Effekte deklariert. </p>
<p>Viele Schulmediziner, die ich kenne, belächeln Homöopathie und Co. wie eine Delegation Eingeborener. Ganz sicher werden alternative Methoden nicht ernst genommen.</p>
<p><strong>4. Anhänger</strong></p>
<p>Trotz der Punkte 1, 2 und 3 haben sowohl das Internet als auch die alternativen Heilmethoden eine nicht kleine und vor allem nicht unbedeutende Anhängerschaft. </p>
<p>In manchen Fällen gibt es sogar Menschen, die beiden Schmuddelkindern nahe stehen. </p>
<p>Und für beide gilt, dass sich in den nächsten Jahren zeigen wird, ob der Einfluss größer wird und ob sie in der allgemeinen Wertschätzung steigen, sich konstruierte Gegensätze auflösen und ob die Wirksamkeitsdebatte auf ein neues Level gehoben wird. </p>
<p>Unterhaltsam bleibt es allemal, dass sich beide so ähnlich sind.</p>
<p>*Unwissenschaftliche Anmerkung hierzu: Wenn ich die Behauptung höre, dass etwas nicht heilen kann, weil der Wirkstoff, der darin enthalten ist, so verdünnt ist, dass er physisch nicht wirken kann, dann frage ich mich, wie nach dieser Logik ein Orgasmus erklärt werden soll. Schließlich ist es in den seltensten Fällen das Schrub-Schrub (also der Wirkstoff), das einen erregt, sondern vielmehr der rein psychische Vorgang (die sehr verdünnte, meist wesentlich abgewandelte dafür aber deutlich wirksamere Form des Wirkstoffs) dabei im Kopf.</p>
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		<title>Jahresendzeitbogen 2011</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Dec 2011 14:47:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Journelle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zugenommen oder abgenommen? Erst abgenommen, dann wieder zugenommen, jetzt wieder da, wo ich anfang des Jahres stand. Haare länger oder kürzer? Gleich etwas über schulterlang, aber das wird sich wohl auch erst ändern, wenn ich im hohen Alter ernsthaften Haarausfall &#8230; <a href="http://www.journelle.de/646/jahresendzeitbogen-2011/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zugenommen oder abgenommen?</strong><br />
Erst abgenommen, dann wieder zugenommen, jetzt wieder da, wo ich anfang des Jahres stand.</p>
<p><strong>Haare länger oder kürzer?</strong><br />
Gleich etwas über schulterlang, aber das wird sich wohl auch erst ändern, wenn ich im hohen Alter ernsthaften Haarausfall bekomme.</p>
<p><strong>Kurzsichtiger oder weitsichtiger?</strong><br />
Meine Hornhautverkrümmung hat sich etwas zurückentwickelt alles andere ist gleich geblieben. Dafür habe ich mir nach 12 Jahren endlich eine neue Brille gekauft. Nach wie vor bevorzuge ich allerdings Kontaktlinsen.</p>
<p><strong>Der hirnrissigste Plan?</strong><br />
Nicht hirnrissig aber es geht in die Richtung: Ein Studium an der Fernuni Hagen beginnen und sich nach 2 Monaten wieder exmatrikulieren</p>
<p><strong>Die gefährlichste Unternehmung?</strong><br />
Ich dachte die Reise nach Moskau würde ein gefährliches Unterfangen. Aber dort war für Touristen alles sicher und bestens organisiert. Daher: Autofahren.</p>
<p><strong>Der beste Sex?</strong><br />
Mit kleinen Kindern im Haus hat die Sexfrequenz bei uns stark abgenommen. Das hat einen Vorteil. Wenn man denn Sex hat &#8211; und dieser nicht vor einem oder zwei weindenen Kinden untberbrochen wird &#8211; ist er so aufregend wie am Anfang der Beziehung wobei praktischerweise die Fronten der Vorlieben bereits geklärt sind.</p>
<p><strong>Die teuerste Anschaffung?</strong><br />
Unser Familienleben.</p>
<p><strong>Das leckerste Essen?</strong><br />
Dieses Jahr war kulinarisch ein Highlight. In Erinnerung geblieben sind mir zwei Gerichte: eine Gulaschsuppe von Sven Elverfeld im <a href="http://www.restaurant-aqua.com/">Aqua</a> die nach konzentrierter Kindheit schmeckte ohne die ekligen mit Sehnen durchzogen Fleischstückchen. Außerdem ein Gericht bei Gerald Zogbaum in der <a href="http://www.kuechenwerkstatt-hamburg.de/">Küchenwerkstatt</a> mit einer Sauce, die köstlich nach geräuchtertem Holz schmeckte.</p>
<p>Und auf der täglichen Basis werde ich nach wie vor vom Mann köstlich bekocht (vgl. Antwort 1).</p>
<p><strong>Das beeindruckendste Buch?</strong><br />
Der <a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/stadtleben/architekturfuehrer-pjoengjang-einladung-in-eine-verbotene-stadt/4152718.html">Architekturführer Pjöngjang</a> ist zuweilen sehr theoretisch geschrieben aber gleiwohl unglaublich spannend. Außerdem wird meine Leidenschaft für &#8220;moderne&#8221;, monumentale und absolutistische Architektur bedient. </p>
<p><strong>Der ergreifendste Film?</strong><br />
Ich war ein paar Mal im Kino, kann mich aber an keinen ergreifenden Film erinnern. Dieses Jahr stand, wie auch das Letzte Jahr, im Zeichen von diversen Serien und der Feststellung, dass ich am liebsten Serien mit weiblichen Identifiktationsfiguren gucke. </p>
<p>Diese waren in diesem Jahr Tina Fay in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/30_Rock">30 Rock</a> und Alicia Florrick in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Good_Wife">The Good Wife</a>.</p>
<p><strong>Die beste CD?</strong><br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Out_of_Style">Out of Style</a> von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sunrise_Avenue">Sunrise Avenue</a>.</p>
<p><strong>Das schönste Konzert?</strong><br />
Ich gehöre zu den Menschen, die sich fragen, warum man auf ein Konzert gehen sollte, wenn man die Musik auch viel günster, entspannter und meist in besserer Qualität zu Hause oder im Auto hören kann. Das Konzert von Take That war ganz nett.</p>
<p><strong>Die meiste Zeit verbrachte ich mit?</strong><br />
La Famiglia. </p>
<p><strong>Die schönste Zeit verbrachte ich mit?</strong><br />
La Famiglia</p>
<p><strong>Vorherrschendes Gefühl 2011?</strong><br />
Vieles in Frage stellen um am Ende festzustellen, dass alles bestens ist.</p>
<p><strong>2011 zum ersten Mal getan?</strong><br />
Fragen bei <a href="http://www.formspring.me/">Formspring</a> beantwortet.</p>
<p><strong>2011 nach langer Zeit wieder getan?</strong><br />
Nach 14 Monaten Pause wieder arbeiten gegangen.</p>
<p><strong>3 Dinge, auf die du gut hättest verzichten mögen?</strong><br />
Eifersucht, Blut im Stuhl, das ein oder andere Drama im Streit.</p>
<p><strong>Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?</strong><br />
Ach.</p>
<p><strong>Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?</strong><br />
Der Mann hatte sich von mir zu Weihnachten <a href="http://www.udo-lindenberg.de/vorschalt.html">Udo Lindenberg live im Hotel Atlantik</a> als DVD gewünscht. Zu Weihnachten saßen dann drei Generationen vorm Fernsehen und waren gerührt, amüsiert, angetan und begeistert von Udo Lindenberg und seiner Musik, das war ein sehr rührendes Erlebnis.</p>
<p><strong>Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?</strong><br />
Eine Reise nach Moskau.</p>
<p><strong>Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?</strong><br />
Der Sohn: &#8220;Mama, Ihr <em>(der Mann und ich, anm. d. red.)</em> meint es gut mit uns.&#8221;</p>
<p><strong>Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?</strong><br />
Ich bin da sehr wenig kreativ ich nehme an: &#8220;Ich liebe Dich&#8221; dem Mann gegenüber und &#8220;Ich habe Euch sehr lieb&#8221; den Kindern gegenüber.</p>
<p><strong>2011 war mit einem Wort … ?</strong><br />
check</p>
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		<title>Tatortbolognese</title>
		<link>http://www.journelle.de/626/tatortbolognese/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 15:25:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Journelle</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journal]]></category>
		<category><![CDATA[Bolgonese]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[kochen]]></category>
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		<category><![CDATA[Sex]]></category>
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		<description><![CDATA[Bei uns zu Hause gab es früher ein Gericht, das meine Mutter oder mein Bruder häufig zubereiteten. Es war eine Art Bolognese-Sauce. Allerdings wurde neben Hackfleisch, ganzen Knoblauchzehen und Tomaten alles hinzugegeben, was nicht aus der Küche fliehen konnte. Zum &#8230; <a href="http://www.journelle.de/626/tatortbolognese/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei uns zu Hause gab es früher ein Gericht, das meine Mutter oder mein Bruder häufig zubereiteten. Es war eine Art Bolognese-Sauce. Allerdings wurde neben Hackfleisch, ganzen Knoblauchzehen und Tomaten alles hinzugegeben, was nicht aus der Küche fliehen konnte. </p>
<p>Zum Schluss wurde das Gericht abgerundet mit großen Goudaecken, die kurz in der Pfanne anschmolzen und dann beim Essen lange Fäden zog, an deren Ende dicke ungeschmolzene Käsestückchen baumelten.</p>
<p>Ich war meist nicht sehr erfreut, wenn es dieses Gericht gab und schmierte mir alternativ ein Brot. </p>
<p>Grundsätzlich mag ich mein Essen separiert. In einer idealen Welt würden alle Teller kleine getrennte Bereiche haben, so wie viele Plastik-Kinderteller. Nur die Sauce und das Fleisch dürften zusammenbleiben.</p>
<p>Seit meinem 25. Lebensjahr schaue ich regelmäßig Tatort, allerdings nie Wiederholungen und nur Sonntag- oder Montagabend (Feiertagswochenenden). Der Mann hat sich mit meiner Leidenschaft abgefunden und schaut &#8211; mal mehr mal weniger euphorisch &#8211; mit.</p>
<p>Abgesehen von vorhersehbaren Plots, platter Sozialkritik und billigem Lokalkolorit gibt es einen weiteren Faktor, der mir einen Tatort-Abend verunleiden kann: Liebeszenen oder noch schlimmer Sexszenen. </p>
<p>Vor einiger Zeit hatte der neue <a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,778971,00.html">Schweizer Kommissar eine Sexszene</a> mit einer amerikanischen Kollegin und letzte Woche vergnügte sich <a href="http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/602916_tatort/9008334_schwarze-tiger-weisse-loewen">Frau Lindholm mit einem investigativen Journalistendarsteller</a>.</p>
<p>Beim Anblick der plumpen Sexszenen versuchte der Mann die Hände vors Gesicht zu halten, als das nicht klappte, schenkte er sich Likör nach. Ich indessen hockte wie ein Karnickel im Lichtkegel vorm Fernseher und fasste es nicht.</p>
<p>Die Schweizer Sexszenen habe ich glücklicherweise schon verdrängt. Leider sehr lebhaft erinnern kann ich mich an diesen Sonntag, als sich Frau Lindholm an die Wand pressen ließ, während der Journalistendarsteller ihre Händer über ihrem Kopf fixierte. </p>
<p>Ebenfalls ein Klassiker unter den abgeranzten Symbolbildern für wilde Leidenschaft war die Szene, in der Frau Lindholm und der Kriegsreporter in die Wohnung treten und kaum ist die Tür zu, sieht man den Rücken und Po der Kommissarin am Glas kleben.</p>
<p>Wer glaubt, ich hätte ein Problem mit Sex im Fernsehen weil es schlecht für die Moral ist oder Kinder erschreckt oder ich es unter feministischen Aspekten unkorrekt finde, wenn Frauen an die Wand gepresst werden, irrt.</p>
<p>Ich möchte einfach nur einen guten Krimi sehen. Einen Krimi mit einer klugen Story, guten Dialogen und interessanten Charakteren.</p>
<p>In den letzten Tagen habe ich öfter darüber nachgedacht, welche Bücher, Filme, Serien, Fernsehsendungen ich sexy fand. Dabei stellte ich fest: wenige und wenn waren es in den seltensten Fällen Sexszenen, sondern eher einzelne Charaktere bzw. die Spannung zwischen ihnen. </p>
<p>Der Grund dafür ist simpel. Es ist unglaublich schwer gute Sexszenen zu schreiben oder zu drehen. Man muss nur mal selbst versuchen, einen Satz wie &#8220;Fick mich fester Du Schwein&#8221; sinnvoll und vor allem lustvoll in einen Text einzubetten.</p>
<p>Wenn es also so schwer ist, warum sollte man es tun? Der Tatort ist ein Krimiformat. Warum Zeit, Geld und Nerven bei der Positionierung von Frau Lindholms Armen verlieren? Ein Kuss hätte sicherlich mehr Erotik transportiert und ein weiterer Mord wäre deutlich spannender und erträglicher gewesen.</p>
<p>Vielleicht geht es ja nur mir so, aber beim Fernsehen wünsche ich mir, genauso wie beim Essen, ein klare Trennung. Film ist Film und Sex ist Sex. Eine Vermischung von beiden ist nicht per se schlecht, aber dafür braucht es eben einen ausgezeichneten Koch, sonst hängen halbgeschmolzene Käsestücken an langen Fäden.</p>
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