Journelle: Save the world – tell a story: Wie wir die Deutungshoheit im Internet zurückgewinnen und die Welt retten können

 

Auch dieses Jahr habe ich auf der re:publica einen Vortrag gehalten. Ursprünglich wollte ich darüber sprechen, wie Geschichten als Vorbilder für die eigene Lebensgestaltung dienen können. Also ganz allgemein. Dann aber beschloss eine dünne Mehrheit von Wählern in England, dass sie unbedingt wieder getrennt vom Rest der Menschheit leben wollten und in den USA wurde eine Person zum Präsidenten gewählt, die an gefährlicher und böser Dummdreistigkeit nicht überboten werden kann. Ich begann im Internet mit Menschen zu diskutieren, deren einzige Kommunikationsart eine diarrhoeische Wutentladung zu sein scheint. Während ich zwischen „Wir Menschen sind wirklich das Schlimmste, was diesem Planeten passieren konnte“ und „Können wir uns jetzt nicht alle mal zusammenreißen und einfach ein schönes Katzengif anschauen?“ hin und her verzweifelte, überlegte ich mir, wie man die Welt retten könnte. Selbstverständlich basiert meine Idee auf Selbstüberschätzung aber damit liege ich völlig im Trend. Kurzum: in 18 Minuten erkläre ich im Stakkato-Schnelldurchlauf, amüsant bebildert und mit lebensnahen Beispielen wie wir mit Geschichten die Welt retten können.

Und zum Schluss lache ich laut.

Re:publica 17, Tag 1

Zitat

Nach einem entspannten Vormittag im Hotel, wollte ich zum Vortrag von Carolin Emcke gegen 12 Uhr in der Station eintreffen. Die lange Schlange für die Speaker-Tickets machte mir da aber einen Strich durch die Rechnung. Während es um 12 Uhr also an den Ständen für die Gästeliste und Business-Tickets sowie bei der Presseakkreditierung gähnend leer war, warteten 20 Speaker auf ihre Bändchen. Ich hörte, früher am Vormittag war es umgekehrt gewesen. Es gibt da wohl unterschiedliche Antrittszeiten. Gleichwohl frage ich mich, warum man nicht einfach die anwesenden HelferInnen umschichtet.

Glücklicherweise verpasste ich nur 10 Minuten von Reflexion: Love out Loud. Auf eine unaufgeregt engagierte Art sprach Carolin Emcke darüber, dass wir uns vielleicht gar nicht so laut lieben müssen, sondern dass höfliche Gleichgültigkeit völlig ausreichend wäre. In der Tat halte ich den Ansatz einander zu ertragen für viel wichtiger als einander lieben zu müssen.
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Den Vortrag Digitale Tauchgänge in der Tiefsee von Antje Boetius hatte ich eher zufällig vor ein paar Tagen in der re:publica-App mit einem Sternchen markiert. Das Schlimmste an dem Vortrag war, dass knappe 30 Minuten viel zu kurz waren. Boetius Berichte aus der Tiefseeforschung waren so spannend, dass ich zu gern noch viel viel mehr erfahren hätte.

Direkt im Anschluss sah ich Elisabeth Wehligs Keynote Die Macht der Sprachbilder – Politisches Framing und neurokognitive Kampagnenführung. Wehling wies nach, wie sehr das Framing unsere Wahrnehmung der Fakten prägt und wie uns das ganz konkret in unserem Handeln beeinflusst. Wie vorher schon bei Emcke ging ich mit einem rauschenden Kopf voller spannender Gedanken aus dem Vortrag.
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Ich höre gern Friedemann Karigs Vorträge auf der re:publica. Dieses Jahr sprach er über Wie wir lieben. Die sexuelle Revolution 2.0. Das Thema interessiert mich natürlich sehr. Der Vortrag war angenehm kurzweilig und eine sehr gute Zusammenfassung interessanter aktueller Arbeiten (Sex at dawn, Eva Illouz) illustriert mit Geschichten von Paaren, die andere Beziehungswege ausprobieren.
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Zum Ende von Karigs Vortrag wurde es immer voller auf Stage 1. Ein sicheres Zeichen, dass Sascha Lobo gleich seinen Vortrag hält. Dieses Jahr sprach er Vom Reden im Netz. Bei seinen letzten beiden Vorträgen auf der re:publica habe ich nach knapp 30 Minuten vorgezogen, ein Bier im Hof zu trinken. Dieses Jahr blieb ich bis zum Ende sitzen. Lobo versuchte einen konstruktiven Weg für den Umgang mit Nazis – oder wen man aufgrund von entsprechenden Äußerungen dafür halten kann – zu finden.
Er sieht eine Lösung darin, respektvoll zu diskutieren und gleichzeitig aber auch klare Grenzen aufzuzeigen.

Alles in allem fand ich die Dichte spannender Vorträge so hoch wie lange nicht mehr. Der Trend zum Pastoralen wird wohl auch vom diesjährigen Motto Love Out Loud provoziert. Das merkte ich auch selbst bei den Vorbereitung für meinen Vortrag Save the world – tell a Story: wie wir die Deutungshoheit im Internet zurückgewinnen und die Welt retten können. Am 9. Mai um 18 Uhr werde ich dann wohl auch auf Stage 3 predigen.

**Ich werde die YouTube-Videos zu den oben genannten Vorträgen so bald wie möglich per Link hinzufügen.**

Re:publica 2012: Tag 2

Über die URL meines alten Blogs bei blogg.de, die ich einer Arbeitskollegin vor langer Zeit auf einen Bierdeckel geschrieben habe, kamen die Kollegin und ich wieder in Kontakt. Und so saßen wir am zweiten Tag der Re:publica nach unserer Session zusammen Kaffee trinkend auf dem Affenfelsen.

Fast 8 Jahre nach dem Bierdeckel hat sie einen webbasierten Job und ich blogge immernoch.

Da konnte ich auch verzeihen, dass der niedliche Mitarbeiter der Bar vor Stage 1 auch mit ihr flirtete.

Apropos Freunde und Kollegen: Wäre um 15 Uhr in Stage 2 bei der Podiumsdiskussion ‚Foodblogs – Verfall oder Rettung der Esskultur?‘ eine Bombe hochgegangen, wäre nicht nur ich tot gewesen, sondern auch ein Großteil der Menschen, die ich durch das Bloggen, kennen und mögen gelernt habe. Laut Foursquare waren jedenfalls alle da.

Auch wenn die Foodblog-Szene eine – für mich recht unbekannte – sehr eigene Blog-Subkultur ist, war ich sehr angetan von der Idee und schließlich auch von der Umsetzung.

Sebastian Dickhaut kenne ich noch preweb durch die Basic Kochbüchern. Vor allem Basic baking gehört zu den Kochbüchern die ich wirklich regelmäßig nutze und ca. 1/3 der Rezepte gebacken habe. (In meiner Welt ist das viel.)

Stevan Paul und Inés Gutiérrez aka Kaltmamsell schätze ich schon lange. Sehr. Nicole Stich hätte ich gern nach der Session gesagt, wie gern ich sie (leider meist nur auf Twitter) lese. Und Vijay Sapres Magazin Effile ist selbst mir, die vom Mann bekocht wird, bekannt.

Kurz: eine sehr unterhaltsame Talkrunde in der Vijay Sapre Béchamel und Leistungsschutz zu einer verbalen Mayonnaise verband.

Auch hier verließ ich den Saal wieder etwas früher – und kam mir wie immer sehr unhöflich vor – aber ich hatte noch eine Verabredung mit ein paar Instagrammern. Was wir da gemacht haben kann man unter #rp360 visuell anschauen. Wir haben uns am genannten Treffpunkt eingefunden, alle im Kreis aufgestellt und ein Foto vom Gegenüber gemacht. Danach sind wieder alle ihrer Wege gegangen. Etwas surreal aber auch irgendwie schön.

Dank der Kürze des Instagrammertreffens schaffte ich es dann noch zu Blogger im Gespräch. Die Batterie meines Handys war alle und erneut merkte ich, wie glücklich ich in einem Umfeld mit genügend Steckdosen bin. Ich nahm also meinen roten Plastikstuhl, suchte mir eine Mehrfachsteckdose, setzte mich rechts in die Ecke und ließ mein Handy laden, während ich ganz verzückt von den Gästen dem Gespräch folgte.

Ersteinmal muss ich ix Recht geben, dass Philip Banse großartig moderiert hat. Ferner hatte er mit Debora Weber-Wulf (Vroniplag), Frank Westfal (Rivva) und Matthias Bauer (wir-sind-einzelfall) sehr illustre Gäste.

Von Raul Krauthausen (wheelmap.org und raul.de), der mich vor Begeisterung fast meine Pompons rausholen ließ, mal ganz abgesehen. Soviel Witz, Charisma und Klugheit finden sich selten in einer Person vereint. Über „Wir haben ein neues Wording: Rollstuhlfahrer und Noch-Nicht-Rollstuhlfahrer“ muss ich immernoch laut lachen.

Dann eine lange Pause im Hof inklusive einer Situation, in der ich kurzzeitig wünschte, dass sich die Boden auftut und ich ins warme Erdinnere springen kann. Jedenfalls fällt es mir offenbar ab und an schwer, die analoge und virtuelle Welt in korrekter Form übereinander zu legen. Immerhin brauche ich manchmal nur 5 Minuten, um mich dann doch zu erinnern.

Zum Abschluss des Abends wählte ich den Poetry Spam mit Sue Reindke, Inés Gutiérrez, Carolin Buchheim und Maike Hank.

Ich muss zugeben, dass ich sehr skeptisch war, aber es war großartig und unglaublich witzig und Dank des großartigen Lachens von Christiane Link habe ich auch keine einzige Pointe verpasst, obwohl ich nebenher kurz am Handy daddeln musste. Und ich schwöre, die gottesfürchtigen Kinder werden uns noch lange begleiten.

Ausgeklungen ist der Abend dann mit einem Haufen internetsüchtiger Frauen in im Kimchi Princess. Wer es bevorzugt, beim Essen vor allem die Nuance „scharf“ zu spühren ist dort richtig abgegeben, wer auch andere Geschmäcker in seinem Essen wünscht, sollte woanders hingehen. Ich mochte allerdings das Gefühl, mich wie ein feuerspeiender Drachen zu fühlen.

Damit war für mich die Re:publica 2012 leider zu Ende. Zu gern hätte ich noch Felix Schwenzels Vortrag soylent green, äh, the internet is people! und den Regierungssprecher gesehen. Aber egal, ich zähle auf die Re:publica 2013.

Und überhaupt, war ich sehr beeindruckt von dem, was die Macher der Re:publica da (mal wieder) mit guter Organisation, Professionalität und viel Begeisterung für das Thema, auf die Beine gestellt haben:

Ein interessantes Programm, eine tolle Atmosphäre, eine ziemlich gute Organisation, wohlschmeckendes und einigermaßen bezahlbares Catering (NIEMAND HAT MIR GESAGT, DASS ES SEHR WOHL GUTEN KAFFEE GIBT!), viele freundliche und hilfsbereite Mitarbeiter und Volunteers oder wie wir im Rheinland sagen:

Journelle
@journelle
Die Re:publica ist irgendwie auch der Kölner Karneval der Blogosphäre. Ich kann das sagen, ich kenne jetzt beides. #rp12

Re:publica 2012: Unser Speednetworking

Am 3. Mai um 11 Uhr sollte das Speednetworking von dasnuf und mir stattfinden.

Leider wurde relativ viel dafür getan, unsere Session möglichst wenig präsent zu machen.

Zum einen wurden wir dem Open Space zugeordnet. Dort war vor allem ein … Open Space.

Im Vorfeld zur Re:publica konnte uns – trotz mehrfacher Nachfrage – niemand sagen, wie der Open Space und die Raumsituation für unsere Session konkret aussehen wird. Am Donnerstag vor Ort mussten wir uns dem Motto „action“ gemäß unseren Raum dann selbst erstellen, Stühle und Tische besorgen, sowie mit einem jungen Mann um die Trennwand diskutieren.

Lustig war auch, dass wir bei der Akkreditierung gebeten wurden, uns 20 Minuten vor der Session am Empfang zu melden. Wir würden dann begleitet werden. Als es soweit war, wurden wir nach oben in den Open Space geschickt. Ohne Begleitung, die hätte uns ja womöglich bei den Aufbauarbeiten helfen können.

Darüber hinaus standen wir nicht im Zeitplan. Auf die Nachfrage warum, kam nur der Hinweis, dass unsere Session nicht in die Schedule-Übersicht gestellt werden kann und wir über die verschiedenen Kanäle wie Twitter etc. ja die Leute informieren könnten, außerdem hätten wir ja eh nur Platz für 20 Teilnehmer.

So kann man einem recht erfolgreich das Gefühl geben, eine Session 2. Klasse zu halten.

Unerwähnt möchte ich allerdings nicht lassen, dass es überhaupt kein Problem war, mich ausschließlich unter Pseudonym registrieren zu lassen und mein Klarname im Zusammenhang mit der re:publica nicht in Erscheinung getreten ist.
Danke dafür.

Zur Session fanden sich dann 14 Leute ein, wobei wir nachträglich noch ein paar Anfragen abweisen mussten, weil wir bereits begonnen hatten. Die Leute hatten leider nicht mitbekommen, wann und wo die Session stattfindet (s.o.).

Unser Ziel war es ja, die Diskussion um Frauen im Netz, Frauenquoten bei Veranstaltungen dieser Art etc. mal aus dem ernsthaft-dogmatischen Kontext zu nehmen und was zu machen, das unterhaltsam das Thema aufgreift.

Für große Diskussionen im Vorfeld sorgte die Frage nach dem Rotationsprinzip. Ein nicht unerheblicher Teil der Re:publica Teilnehmer hatte schon mittwochs darüber gerätselt.

Notiz an mich selbst, bei der nächsten Veranstaltung mit technik-begeisterten Menschen einfach eine schwierige mathematische Frage vorbereiten, das bricht jedes Eis.

Dank eines Kontakts von Patricia auf google+ bekamen wir die Lösung. Wenn alle alle kennenlernen wollen, muss eine Person sitzen bleiben, alle anderen rotieren nach jeder Runde um jeweils einen Platz.

Nachdem Patricia das System auf der Flipchart aufs Unterhaltsamste vorgestellt hatte, begannen 14 netzaffine Menschen (11 Frauen, 3 Männer) zu rotieren und sich zu unterhalten.

Ich pfiff nach 1,5 Minuten zur Redehalbzeit einmal und nach 3 Minuten zweimal mit meiner Trillerpfeife und kam mir vor, wie eine lebendige Peitschen-App.

Die Tatsache, dass nach dem Pfeifen stets ein „Was, ist die Zeit schon um?“ kam, zeigte uns, dass die Session-Teilnehmer sich amüsierten. Sollten wir das Speednetworking wiederholen, stellen wir dann aber auch Getränke zur Verfügung.

Sehr gefreut hat es uns auch, dass fast alle Teilnehmer danach fragten, wie und wann wir die Daten aus den Fragebögen auswerten. Das zeigte uns, dass auch die Idee hinter der Aktion für spannend befunden wurde.

Danke also nochmal an alle Teilnehmer, die bei unserer Session mitgemacht haben!

Wir werden das Speednetworking baldmöglichst nachbereiten und die Ergebnisse in unseren Blogs vorstellen, uns bei Euch per Email melden und vielleicht sehen wir uns 2013 ja auch wieder.

Re:publica 2012, Tag 1

In Berlin, ohne Kinder ohne Mann und total aufgeregt wie diese Re:publica nun wirklich ist. 

Zunächst einmal: die Station ist eine tolle Location auch wenn man sie nur mit dem Schienenersatzverkehr erreichen kann.

Gleich nachdem ich eingetreten war, hatte ich das Gefühl bei einem Festival zu sein. Genauer auf einem Festival zu dem man nur mit Smartphone Zugang bekommt. Irgendwie wuselig und gleichzeitig euphorisch, fröhlich und schön.

Und ich genoss es, nicht sozial geächtet zu werden, wenn ich ständig auf mein Display starre und rumdaddle. Ganz andere Atmosphäre als auf dem Spielplatz.

Das Männer-Frauen-Verhältnis ist wohl 40-60, ein Tipp für Single-Frauen die einen Faible für intelligente, eigenwillige und nicht immer perfekt gestylte Männer haben.

Und im Notfall tut es auch der ausgesprochen niedliche französische Mitarbeiter an der Bar vor Stage 1. Für ihn nahm ich weite Wege für das Bier in Kauf.

Bisher war ich nur auf Bloggerparties/Treffen oder Lesungen. 
Entsprechend war ich sehr gespannt auf die Panels.

Eingestiegen bin ich also mit Herrn Vetter und ‚Spielregeln für das Netz – sicher publizieren in Blogs, Foren und Sozialen Netzwerken‘. Sehr informativ und unterhaltsam, dennoch verließ ich den Raum vor Ende des Vortrags um Kixka Nebraskas Panel zu ‚About me – die digitale Fassade‘ zu sehen.

Ich verfolge Kixkas Twitter-Stream schon länger und sie gehörte zu den Leuten, die ich auf der republica unbedingt mal sehen/kennenlernen wollte.

Notiz an mich selbst: wenn man mit den Leuten dann wirklich spricht, einfach mal NICHT klugscheißen.

Kixka Nebraska war sehr aufgeregt, gleichwohl war der Vortrag so gut, dass die Bilder ihrer Präsentation, die sie klar und angenehm schnörkellos erklärte, fest bei mir verankert sind.

Mit nach Hause nehme ich auf jeden Fall, dass die Identität im Internet eben doch ganz oft mit der in der analogen Welt übereinstimmt. Dieses Gefasel von ‚die Leute denken sich im Internet doch was aus und sind nicht sie selbst‘ habe ich immer für Blödsinn gehalten. 

Dank Kixka habe ich nun auch argumentative Grundlagen, um diesen Blödsinn vor Noch-Nicht-Onlinern zu wiederlegen.

Dann Damentreffen im Café und ein schönes Gespräch mit Frau Fragmente u.a. über Sexblogs im Internet. 

Wenn ich irgendwas zu sagen hätte, würde ich Frau Fragmente eine Fernsehtalkshow zum Thema Sex geben. Ich glaube, sie hätte das Talent, mit ihrer wohlwollenden, freundlichen, neugierigen und intelligenten Art kluge, witzige und gute Talkrunden – selbst zu ’schwierigen‘ Themen wie Sex – zu führen.

Und diese Talkrunden bräuchte es auch dringend. 

Wow, was für eine Überleitung zu Cindy Gallops Vortrag ‚Make Love Not Porn‚. Ich war ja erst ziemlich skeptisch weil ich im Zweifel Pro-Porno bin aber schnell stellte ich fest dass es Cindy Gallop darum gar nicht geht.

Ihr geht es darum, dass in unserer Gesellschaft das Bild von Sex immer mehr von Pornographie geprägt ist.

Es gibt sozusagen die Entwicklung, dass ‚artifizielle‘ Sexualität immer einfacher zu bekommen ist und Kinder immer früher damit in Kontakt kommen, während die ‚tatsächliche‘ Sexualität totgeschwiegen wird.

Kurz: wir können aus dem Gedächtnis heraus gebleachte Arschlöcher nachzeichnen aber zu viele Eltern teilen ihren Kindern nicht einmal mit, wie ihre Geschlechtsteile korrekt heißen und sprechen nebulös von ‚unten herum‘.

Wenn Pornos dann die sexuelle Erziehung übernehmen ist das tragisch. Und deshalb kam für mich unter anderem die Message rüber: sprecht/schreibt mehr und ehrlicher über Sex (und helft mir bei der Realisierung von makelovenotporn.tv).

Und im Grunde war das auch die Quintessenz des Vortrags von Sascha (kreisch) Lobo. Also, mehr in eigene Blogs zu schreiben, über alle Themen, nicht nur Sex.

Ich musste beim Titel ‚Überraschungsvortrag‚ immer an Kinderüberraschung denken. Und bis auf die Schokolade war es dann auch so. Ein wilder, spannender und unterhaltsamer Ritt durch den aktuellen Stand des Internets. 

Und trotz der anklingenden Verachtung für alle: Nerds, Noch-Nicht-Nerds und Spiegel-Online-Leser war der Vortrag eigentlich sehr philantropisch und konstruktiv. Beweg deinen Arsch, mach was und dann wird alles irgendwie besser. 

Leider musste ich vorzeitig den Saal verlassen, weil eine Freundin aus der analogen Welt – die mich übrigens ganz dringend darum bat etwas Verständliches über die re:publica zu schreiben – schon auf dem Vorplatz auf mich wartete.

Nach Spargel und Kölsch an der Spree fiel ich totmüde ins Hotelbett.

Weitere Informationen zum Speednetworking auf der re:publica 12

Für die re:publica Session von Patricia und mir am Donnerstag dem 3. Mai 2012 um 11 Uhr im Open Space – wherever that may be – haben wir nun auch einen digitalen Fragebogen.

Dieser wird analog vor der Session ausgeteilt, aber wer Lust hat, ihn schon heute oder morgen oder übermorgen (…) auszufüllen, einfach weil es Spaß macht oder weil die Handschrift schwer zu lesen ist, sei herzlich dazu eingeladen.

Das Ausfüllen des Fragebogens ist keine verbindliche Anmeldung und garantiert keinen Platz bei der Session.

Mit den vielen bunten Aufklebern oben auf Bild hat es folgendes auf sich: vor unserer Session wird Euch ein Aufkleber in die Hände gedrückt, mit der Bitte, spontan drei Dinge über Euch darauf zu notieren. Damit soll der Einstieg ins Gespräch vereinfacht werden. Bei Patricia hätte ich jedenfalls gleich mehrere Fragen.

Für den Kontaktaustausch empfehlen wir, die App Bump runterzuladen und darin einen Kontakt anzulegen. Grobmotoriker wie ich können dann hervorragend durch Aneinanderstoßen der Geräte die Kontaktdaten austauschen. Papier und Stifte stellen wir natürlich auch zur Verfügung (notfalls kann man mit Edding ja auch Notizen auf sein iPhone machen).

Für Google-Phobiker hier der Fragebogen als pdf-Datei.

Wir freuen uns schon riesig auf die re:publica, unsere Session, Euch und viele unterhaltsame Gespräche.