Freistilstaffel

Vor einiger Zeit fragte ich ganz harmlos in die Twitterrunde, ob es ein empfehlenswertes Schwimmblog gibt.

Ich wurde Zeugin einer beeindruckenden Dynamik, die darin endete, dass Herr Dentaku spontan ein Blog aufsetzte und jetzt einige meiner liebsten Blogger übers Schwimmen schreiben.

Wer also Texte von Frau Indica, Frau Kaltmamsell, Frau Donnerhallen, Kitty Koma, Liisa, Graf Typo, Frau Croco und anderen über das Schwimmen im Meer, im Fluss, im Pool, im Freibad oder in Mondseen lesen möchte, ist bei der Freistilstaffel bestens aufgehoben.

Ab und zu werde ich dort wohl auch Texte posten. Heute eine Variation eines alten Textes: Mit Delfinen schwimmen

Quietscheentchen

Ich habe diverse Sportarten zum Erhalt bzw. Aufbau meiner Fitness probiert.

Laufen, Spinning, Krafttraining, Karate, Aerobic-Kurse und Yoga. All das hat mich unendlich angeödet oder gar vortreffliche Rückenschmerzen bereitet.

(Kleiner Hinweis: Bitte keine Kommentare mit Tipps, ich habe kein Problem und brauche keine Hilfe.)

Ich werde bald ein Jahr älter und ignoriere – womöglich Dank der ersten grauen Haare und meiner Besinnung zum Genuss – immer erfolgreicher, was mir irgendwelche Fitnessschicksen oder Muskelonkels erzählen, damit ich ihre Bücher kaufe, ihre Produkte esse, ihre Videos anschaue oder ihren körperfaschistoiden Scheiß ernst nehme.

Ich bewege mich gern und trotz meiner Masse bin ich sportlich und gelenkig. Und deshalb mache ich jetzt auch nur noch was mir gefällt. Nämlich Schwimmen, zügiges Gehen, gern auch Wandern und vielleicht bald wieder (Ballett) tanzen.

Gern würde ich auch Schwimmen und Tanzen verbinden und eine Synchronschwimmgruppe namens „Gemischte Nixen“ gründen aber dazu fehlen mir leider aktuell Zeit und Muße.

Also ziehe ich Bahnen. Und während ich dieser unglaublich beruhigenden Tätigkeit nachgehe, fallen mir viele Gründe ein, warum Schwimmen so wunderbar ist:

Im Wasser sind alle gleich

Unterschiede körperlicher Art werden im Wasser auf wunderbarste Art und Weise nivelliert. Nur weil jemand außerhalb des Wassers ganz schwere Gewichte heben kann, 10km am Stück rennt, zart wie eine Ballerina ist oder sonstwie als Prototyp des ersehnten Sportideals gilt, heißt dass noch lange nicht, dass diese Person auch im Wasser voran kommt.

Ganz besonders Männer blockieren gern die Schnellschwimmerbahn, weil sie glauben, dass sie drei Muskeln zu allem befähigen würden. Amüsiert beobachte ich, wie sie das Wasser verprügeln und wie Bojen bei Sturm hin- und hereiern, bevor ich entspannt an ihnen vorbeiziehe.

Ein-, Ab- und Untertauchen

Zugegenbermaßen habe ich Angst tief zu tauchen, aber dafür tauche ich gern Strecke. Ich mag es, mal nicht atmen zu müssen. Im Wasser abzutauchen vermittelt mir immer das Gefühl, mich für einen kurzen Moment in eine andere Welt begeben zu können. Für ein paar Sekunden bin ich H2O.

Der Bewegungsablauf

Mein Sohn lernt gerade Schwimmen. Zu Hause führt er seiner Schwester und mir im Trockenen vor, wie der korrekte Bewegungsablauf eines Schwimmzugs ist. Dabei fällt mir immer wieder auf, wie albern Schwimmen außerhalb des Wassers aussieht.

Um sich als Mensch im Wasser bewegen zu können, muss man sich den Gegebenheiten anpassen, was zu ziemlich atypische Bewegungsabläufen führt.

Glücklicherweise sieht das im Wasser anders aus und fühlt sich vor allem anders an.

Wenn ich wirklich konzentriert und ruhig kraule, dann fühle ich mich wie ein Torpedo. Natürlich gibt es da eine Spreizung zwischen dem Torpedogefühl und dem Eindruck vom Beckenrand aus, aber das ist mir bei meiner Mission „50m“ egal.

Wegen der Gags meines Vaters

Lange Jahre glaubte ich, dass es sie wirklich gibt, die Meister im Damenbrustkraulen, von denen mein Vater immer sprach.

Andere Länder andere Schwimmstädten

Vor vielen Jahren verbrachte ich ein paar Tage in Rio. Mein Hotel in Ipanema lag direkt am Strand. Also schwamm ich morgens ein paar hundert Meter am Strand entlang. Unter mir heller Sand, um mich ein perfekt temperiertes Meer und wenn ich nach ein paar Zügen seitlich Luft holte, blickte ich auf ein in der frischen Morgensonne glitzerndes Ipanema.

Es war einer dieser perfekten Momente.